Heute erhalten Bayerns Viertklässlerinnen und Viertklässler ihre Übertrittszeugnisse. Für die BayernSPD ist klar: Dieser Tag steht für ein System, das Chancen nicht eröffnet, sondern frühzeitig begrenzt. Deshalb wird die BayernSPD auf einem Bildungspartag im Herbst ein umfassendes Konzept für mehr Bildungsgerechtigkeit erarbeiten.
„Studien wie der aktuelle ifo-Chancenmonitor zeigen deutlich, wie stark Bildungschancen noch immer vom Elternhaus abhängen“, erklärt der Landesvorsitzende Sebastian Roloff. „Wenn die Wahrscheinlichkeit fürs Gymnasium zwischen unter 20 und über 80 Prozent schwankt, hat das mit fairer Leistungsbewertung nichts mehr zu tun. Bayern gehört zu den Bundesländern, in denen diese Ungleichheit besonders ausgeprägt ist – wir sind nicht Spitze bei den Ergebnissen, aber beim Aussortieren.“
Die Landesvorsitzende Ronja Endres kritisiert: „Das sogenannte Grundschulabitur setzt Kinder unter Druck und verteilt Chancen ungleich. Gleichzeitig vermittelt unser dreigliedriges Schulsystem noch immer, das Gymnasium sei der einzig richtige Weg – und andere Schularten weniger wert. Das ist falsch. Es gibt viele erfolgreiche Bildungs- und Berufswege über Mittel- und Realschulen.“
Die BayernSPD begrüßt Vorschläge wie jene des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes für ein stärker differenziertes Gymnasium als wichtigen Impuls. Gleichzeitig zeigen Debatten etwa um Pool-Lösungen für Schulbegleitungen an Mittelschulen: Zu viele Kinder fallen durchs Raster, weil ihnen die notwendige Unterstützung fehlt.
Klar ist deshalb: Es braucht mehr als einzelne Reformen – wir müssen das gesamte System in den Blick nehmen, von der Grundschule bis zu allen weiterführenden Schularten.
„Wir müssen das Übertrittssystem grundlegend verändern und Bildung endlich gerechter machen“, betont Sebastian Roloff. „Deshalb erarbeiten wir konkrete Vorschläge und stellen sie auf unserem Bildungspartag im Herbst vor.“
Ronja Endres abschließend: „Bildung darf keine Frage der Herkunft sein – und kein Ranking der vermeintlich besseren oder schlechteren Wege. Bayern kann das besser – dafür werden wir Wege aufzeigen.“