Politischer Gillamoos der BayernSPD - das waren die besten Zitate unserer RednerInnen

07. September 2026

Am heutigen Montag beging die BayernSPD ihren traditionellen Politischen Gillamoos in der fast vollständig gefüllten Holledauer Festhalle. Ehrengast Hubertus Heil, MdB und Bundesminister für Arbeit und Soziales a.D., hielt die Festrede der SPD. Auch die bayerischen Landesvorsitzenden Ronja Endres und Sebastian Roloff sowie der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bayerischen Landtag, Holger Grießhammer, sprachen beim traditionellen politischen Schlagabtausch. Anbei eine Sammlung der besten Zitate unserer RednerInnen:

Hubertus Heil:

„Das Ergebnis gestern macht deutlich: Wenn die Demokratinnen und Demokraten, auch die Sozialdemokratie, nicht stark genug sind, ist dieses Land in Gefahr.“

„Und bei jeder Wahl muss gezittert werden – auch bei der Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr –, ob am Ende ein Demokrat oder ein Rechtsextremer ins Amt kommt. So darf das nicht weiterlaufen. Wir müssen für eine stärkere Demokratie kämpfen. Und das heißt auch, für eine stärkere Sozialdemokratie zu kämpfen. Das ist unser Auftrag."

"Und deshalb sage ich auch: Wir können uns nicht nach Wahlen hinstellen und das Ergebnis schönreden, gesundbeten oder schönsaufen. Sondern wir müssen sagen: Wir müssen Dinge besser machen. Wir können daraus lernen. Wir müssen verstehen, was nicht funktioniert hat. Und: wir können besser werden.“

„Eine Genossin sagte mir Folgendes. Ich habe mit 16 angefangen zu arbeiten, mein Mann mit 26. (...) Und jetzt erlebt sie, dass er mit 59 in passive Altersteilzeit geht, weil er bei einem großen Automobilkonzern (...) mit goldenem Handschlag nach Hause geschickt wird. Sie sagt mir, am Ende des Lebens werde ich, wenn ihr das (Rentenreform) macht, sage und schreibe 18 Jahre länger in die Rentenkasse eingezahlt habe als mein Mann. Und ich hatte das niedrigere Gehalt (...) Wer 45 Jahre eingezahlt hat, muss bis spätestens 65 abschlagsfrei in Rente gehen. Weil es einen Unterschied macht, ob man mit 16 angefangen hat zu arbeiten oder mit 27.“

Da kommt, dass die Tochter keinen bezahlbaren Wohnraum findet. Da hört man, dass der Sohn zwar eine Ausbildungsstelle hat, aber 50 bis 60 Kilometer in die nächste Berufsschule fahren muss. Dass die Brücke gesperrt, dass der Bus nicht fährt. Viele Menschen haben das Gefühl, ich leiste doch meinen Teil. Warum habe ich das Gefühl, dass das Land seinen Teil nicht mehr schafft. Und die dürfen erwarten und das ist unser Auftrag als SPD, dass dieses Land auch im Alltag für sie funktioniert."

"Als Sozialdemokratie sind wir kein Selbstzweck. Wir sind dafür da, dass dieses Land eine gute Zukunft hat. Das ist unser Auftrag, dass unser Land auch im Alltag funktioniert."

„Das ist Sozialdemokratie pur: Eine Partei, die dafür sorgt, dass in diesem Land Respekt gilt für die, die sich reinhängen. Ich nenne das eine solidarische Leistungsgesellschaft. Ja, Anstrengung muss sich lohnen, aber es soll keine Ellenbogengesellschaft sein. Dafür steht die SPD und keine andere Kraft in Deutschland.“

„Leistung ist für uns wichtig, aber wer sind denn die Leistungsträger? Das ist der Maurer, der bei 30 Grad auf dem Gerüst arbeitet, das ist die Pflegekraft, die Verkäuferin, die Polizistinnen und Polizisten und auch die mittelständischen Unternehmen, die ihr eigenes Geld riskieren und 40 Menschen beschäftigen und ausbilden (...), die verdienen Respekt und Anerkennung.“

Sebastian Roloff:

"Hubert Aiwanger ist seit acht Jahren bayerischer Wirtschaftsminister. Und wenn man seine Pressemitteilungen liest, könnte man meinen, er sitzt seit acht Jahren in der Opposition. Berlin muss liefern. Brüssel muss liefern. Die EU bremst. Die Bundesregierung versagt. Alle müssen liefern – nur einer nie: der Mann, der in Bayern fürs Liefern bezahlt wird!"

"In nur einem Jahr sind in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie 17.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. 17.000! Das sind 17.000 Familien, auch hier in Niederbayern. Und was macht der zuständige Minister? Er schreibt eine Pressemitteilung, in der steht: Schuld ist die EU."

"Der Ministerpräsident hat zehntausend staatliche Wohnungen versprochen. Geliefert hat er einen Bruchteil. Aber dafür jeden Tag ein neues Brotzeit-Foto. Das ist Marie Antoinette auf Bayerisch: Wenn sich die Leute die Miete nicht leisten können, sollen sie sich halt Fotos von Bratwürsten anschauen."

"Jahrelang haben alle den Industriestrompreis gefordert – der Hubert am lautesten. Durchgesetzt hat ihn die SPD: verhandelt in Berlin, genehmigt in Brüssel. Das ist der Unterschied zwischen Fordern und Machen: Der eine gibt Pressemitteilungen raus. Wir geben den Betrieben Planungssicherheit."

"Jetzt ist der Hubert ja leidenschaftlicher Jäger. Das respektiere ich – die Jagd hat in Bayern Tradition. Aber jeder Jäger hier im Zelt weiß: Wer im Wald herumbrüllt, erlegt nichts. Der Hubert brüllt jetzt seit acht Jahren durch den bayerischen Wirtschaftswald. Und heimgebracht hat er: nichts."

Ronja Endres:

Sachsen-Anhalt ist ein Auftrag an jeden und jede in Bayern. Demokratie verteidigt sich nicht von selbst. Sie braucht Menschen, die sich einmischen. In Parteien, in Vereinen, in der Nachbarschaft, im Betrieb und am Stammtisch.

"Vor gar nicht allzu langer Zeit hatten wir in der Staatskanzlei Öko-Barbie, also ich meine Öko-Söder: ein komplettes Set mit Baum und unzureichender Gesetzgebung. Dann kam eine sehr lange Zeit der Verkaufsschlager Foodblogger-Söder. Aber die Zeiten ändern sich. Und plötzlich haben wir das Modell Serious-Söder. Muss heute langweilig sein bei der CSU drüben."

"Weil die CSU gerade viel schlechte Laune statt Bildungspolitik macht, wird sich die SPD darum kümmern, dass wir in Europa Bildungschampion werden, statt bei jedem PISA-Test wieder nur ein Kreuz im Klassenzimmer aufzuhängen in der Hoffnung, der Herrgott allein macht unsere Kinder klüger."

"Wirklich, ich wollte hier einen klugen Witz über die Freien Wähler reißen, aber da ist momentan eher Funkloch. Nicht mal die KI wusste was über die zu sagen. Die sind seit gefühlt zwei Jahren in Sommerpause."

"Ganz schön frech von Markus Söder, mehr Arbeit zu fordern, während er sich in seiner Lifestyle-Freizeit kaum im Parlament blicken lässt. Ganz schön mutig von Friedrich Merz, eine Kinderärztin als Nutznießerin zu bezeichnen, während er die Steuern aus dem Mittelstand presst und die Reichen verschont!"

"Ich rufe hier die Union auf, zur Besinnung zu kommen. Der Sozialstaat ist der Garant für eine starke Wirtschaft. Der Sozialstaat ist der Garant für eine starke Demokratie. Und wir verteidigen Sozialstaat, Wirtschaft und Demokratie zum Beispiel am 26. September in Nürnberg, gemeinsam mit den Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft!"

Holger Grießhammer:

"Bei der Erbschaftssteuer reden wir nicht über den Malermeister von nebenan. (...) Bei 45 bayerischen Großerben wurden zuletzt insgesamt 3,4 Milliarden Euro an Steuern erlassen. Die durchschnittliche Steuerbelastung lag danach bei gerade einmal 1,5 Prozent. Da frage ich euch: Ist das gerecht? Ist das fair?"

"Wenn wir über wirtschaftliche Stärke sprechen, müssen wir auch über Gerechtigkeit sprechen. Und ich sage das ganz bewusst als Unternehmer: Ich will nicht, dass der Mittelstand für seine Leistung bestraft wird. Ich will aber auch nicht akzeptieren, dass Menschen mit riesigen Vermögen sich aus ihrer Verantwortung herauskaufen können."

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