"Frauenberufe" aufwerten
23.04.2008
Adelheid Rupp, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Bayern und stellvertretende Landesvorsitzende der BayernSPD zum diesjährigen Girls Day:
"2001 wurde der Girls Day eingeführt, um Mädchen für naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern und ihr enges Berufswahlspektrum zu erweitern.
Noch immer entscheiden sich Mädchen im Rahmen ihrer Ausbildungs- und Studienwahl überproportional häufig für "typisch weibliche" Berufsfelder oder Studienfächer. Diese Entscheidung treffen sie trotz der dort meist deutlich schlechteren Bezahlung und schlechteren Aufstiegsmöglichkeiten.
Soziale Berufe werden fast ausschließlich von Frauen gewählt. Vielleicht gerade deshalb ist in dieser weiblichen Domäne der Verdienst weit unter dem Durchschnitt.
Eine Altenpflegerin im Westen verdient zum Beispiel ca. 1600,- Euro Brutto. Dies zeigt, dass neben der Erweiterung des Berufswahlspektrums eine Aufwertung der sogenannten Frauenberufe sehr wichtig wäre.
70% derjenigen, die einen Niedriglohn erhalten, sind laut der gerade erschienenen Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) Frauen.
Jede und jeder soll die Möglichkeit haben, einen Beruf zu wählen, der ihr bzw. ihm Spaß macht und mit dem der eigene Lebensunterhalt gut bestritten werden kann.
Außerdem muss den Mädchen das Rüstzeug an die Hand gegeben werden, sich in der Berufswelt besser durchzusetzen.
Für die Gesellschaft sind gut ausgebildete und ihrer großen Leistung entsprechend gut bezahlte Altenpflegerinnen und Altenpfleger genauso unerlässlich wie Physikerinnen und Physiker. Es ist daher höchste Zeit, flächendeckende Mindestlöhne einzuführen und eine Aufwertung sogenannter typischer Frauenberufe voranzutreiben."
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