Wachstumsmarkt Fahrradtourismus: Bayern und Franken vorn

07.03.2008

88 Prozent der deutschen Radurlauber verbrachten ihren Radurlaub 2007 im eigenen Land. Viele Regionen bieten mittlerweile hochwertige Angebote. Vor allem Bayern hat zugelegt. Das ergab die Radreiseanalyse 2008 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Die stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende und verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Landesgruppe im Bundestag, Heidi Wright, begrüßt diese Entwicklung:

Bayern schaffte den Sprung auf den Spitzenplatz der beliebtesten Radregionen. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Erhebung unter ADFC-Mitgliedern und Lesern der Broschüre „Deutschland per Rad entdecken“. Mecklenburg-Vorpommern und Franken belegen die Plätze zwei und drei. Spitzenreiter der beliebtesten inländischen Radfernwege ist – wie schon im Vorjahr – der Elberadweg, gefolgt von den Radwegen an Weser und Main. Der Main-Radweg konnte sich gar um drei Plätze verbessern.

Die Ergebnisse der ADFC-Radreiseanalyse belegen, dass die deutschen Touristen Wert auf Qualität legen. Der ADFC hat deshalb die Radfernwege geprüft und zertifiziert: die Radroute „Vom Main zur Rhön“, den Lahntalradweg oder den Fürst- Pückler-Weg in Brandenburg.

Noch sind die Nachbarn vorn

„Verbindliche, bundesweit gültige Standards erhöhen sichtbar die Routenqualität“, so Wright. „Eine Koordinierungsstelle für das deutsche Radfernwegenetz ist zwingend erforderlich, um endlich flächendeckend mit der Qualität der touristischen Radfernwege in den Nachbarländern Holland, Dänemark, Schweiz und Österreich gleichzuziehen.“ Das könne langfristig nur erreicht werden, wenn das vom ADFC geforderte „D-Netz“ mit zwölf Premium-Routen endlich Realität werde, so Wright.

Problem: Fahrradmitnahme im ICE Während es im Regionalverkehr positive Entwicklungen gibt, sinken die Fahrradmitnahme-Möglichkeiten im Fernverkehr weiter, vor allem weil immer mehr InterCity-Verbindungen durch den ICE ersetzt werden. Die Deutsche Bahn sperrt sich weiter gegen die Mitnahme von Rädern im Hochgeschwindigkeitszug ICE – entgegen dem europäischen Trend. So ist es beispielsweise im französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV möglich, Fahrräder mitzunehmen.

Der Radtourismus zahlt sich aus

Eine Untersuchung zum Radtourismus in Rheinland-Pfalz ergab, dass sich die Investitionen in den Ausbau der Radwege schon nach zwei Jahren amortisiert haben. Im Jahr 2006 wurden durch den Radtourismus 341 Millionen Euro erwirtschaftet. Und Schleswig-Holstein hat mit der Einrichtung einer landesweiten Koordinierungsstelle und eines Internet-Portals zum Radtourismus bundesweit modellhafte Akzente gesetzt.

Auf der ITB 2008 informiert der ADFC bereits zum siebzehnten Mal das touristische Fachpublikum über Trends und Entwicklungen im Fahrradtourismus. Die komplette ADFC-Radreiseanalyse 2008 kann unter http://www.adfc.de/5354_1 eingesehen werden.

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