Lage der älteren Arbeitnehmer erfordert weitere Anstrengungen – Bayern schöpft Potenziale nicht aus

26.06.2009

Zur Diskussion um die „Rente mit 67“ teilt die Vorsitzende der bayerischen SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus und Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Angelika Graf stellvertretend für die rund 35.000 Senioren in der bayerischen SPD mit:

"Die neuesten Zahlen bei der Beschäftigungsquote von älteren Arbeitnehmern sind alles andere als erfreulich. Gingen die Zahlen von älteren Arbeitslosen (50 und älter) von 2005 bis 2008 um circa 350.000 zurück, so stieg die Zahl inzwischen wieder an. Im Mai 2009 gab es in Deutschland knapp 930.000 Arbeitslose über 50 Jahre. Der Anstieg gegenüber dem Vormonat betrug in dieser Altersgruppe bundesweit 6,5 Prozent, in Bayern aber 15,9 Prozent. Bei den über 54-Jährigen stieg die Zahl in Bayern sogar um 27,7 Prozent (im Vergleich: 17,3 Prozent bundesweit). Die Situation für ältere Arbeitslose hat sich also in Bayern noch dramatischer entwickelt als im restlichen Bundesgebiet. Angesichts dieser Entwicklung erfordert die Situation weitere Anstrengungen zugunsten von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie von älteren Arbeitslosen. Auch die Staatsregierung muss aktiver werden.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass gerade in Bayern die Anzahl der ‚Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen’, die die Bundesregierung mit der Initiative 50plus erfolgreich fördert, so übersichtlich ist. Zahlreiche Landkreise in Bayern beteiligen sich nicht an dem Förderprogramm für ältere Beschäftigte. Das ist angesichts des Erfolgs des Programms, das Entwicklungen ‚gegen den Trend’ auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht, unverständlich. Wir rufen die verantwortlichen Akteure wie Unternehmen, Kommunen und Arbeitsagenturen auf, die Möglichkeiten für die nächste Erweiterungsrunde 2010 verstärkt zu nutzen.

Wir brauchen angesichts der Zahlen vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise darüber hinaus ergänzende Maßnahmen zur erfolgreichen Initiative 50 plus und eine dritte Programmphase ab 2010 zur Verringerung der Arbeitslosenquoten bei den über 50-Jährigen, die jedoch eine Evaluierung der bisherigen Programme voraussetzt. Außerdem fordern wir die von der SPD vorgeschlagene Verlängerung der Altersteilzeit und den Ausbau der Teilrente sowie insgesamt Maßnahmen zur Flexibilisierung der bislang zu starren Altersgrenzen beim Renteneintritt."

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