Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff berücksichtigt soziale Teilhabe
29.01.2009
Zu dem heute vorgestellten Konzept des vom Bundesgesundheitsministeriums eingerichteten Beirates für einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff erklärt die Vorsitzende der bayerischen SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus und Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Angelika Graf stellvertretend für die rund 35.000 Senioren in der bayerischen SPD:
"Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, den der Beirat zur Überprüfung des bisher geltenden Begriffs entwickelt und heute vorgestellt hat, gelingt endlich die Überwindung der Ausrichtung auf körperbezogene Hilfestellungen, wie sie bislang in der Altenpflege vorgeherrscht hat.
Statt wie bisher ausschließlich die Defizite und Einschränkungen bedürftiger Menschen als Ausgangspunkt für Pflege zu nehmen, orientiert sich der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff an der sozialen Teilhabe der Menschen. Die Pflege erhält damit einen neuen Fokus, ist ganzheitlich ausgerichtet und berücksichtigt endlich auch soziale Bedürfnisse. Die verbesserte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist insbesondere für Demenzerkrankte wichtig.
Besonders demenziell erkrankte Menschen, deren Zahl in den kommenden Jahrzehnten stetig ansteigen wird, können mit dem neuen Begutachtungssystem besser berücksichtigt werden. Ich begrüße es sehr, dass die Pflege nicht mehr ausschließlich verrichtungsbezogen und somatisch definiert wird, sondern auch soziale Aspekte wie Betreuung, Beaufsichtigung und Anleitung eine zentrale Bedeutung erhalten. Er ist wegweisend für eine humane, bedarfsgerechte und verbesserte Pflege, die an der Alltagskompetenz ansetzt und Selbständigkeit fördert. Auch der Pflegeberuf erfährt durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff eine Aufwertung."
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