Hertie: Das Geschäftsmodell der Finanzinvestoren ist gescheitert
04.08.2008
Zur Diskussion um die Sanierung und Restrukturierung von Hertie im Insolvenzverfahren erklärt der Landesvorsitzende der BayernSPD, Ludwig Stiegler, MdB:
"Die Beschäftigten bei Hertie und die betroffenen Kommunen brauchen die volle Unterstützung der beteiligten Landesregierungen.
Der Fall Hertie zeigt, dass das Geschäftsmodell der Finanzinvestoren den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Risiko der Verwerfungen auf den Kapitalmärkten auferlegt. Dieses Risiko hat sich jetzt verwirklicht. Schuld sind nicht die Beschäftigten, sondern die Finanzinvestoren und die Banken und anderen Finanzintermediäre, die solche extrem auf Kante genähten und auf Ausbeutung der übernommenen Unternehmen basierenden Finanzierungen übernommen haben.
Durch die Käufe und deren Finanzierungen werden den übernommenen Unternehmen Lasten auferlegt, die sie nur bei allerbester Verfassung der Finanz- und Kapitalmärkte und der Konjunktur meistern können. Ich hoffe, dass viele der dem Unternehmen auferlegten Lasten noch so frisch sind, dass sie im Insolvenzverfahren angegriffen und/oder ausgesetzt werden können. Dann kann das Unternehmen zu realistischen Konditionen restrukturiert werden.
Wegen der Betroffenheit der Innenstadtlagen ist dies nicht nur eine Auseinandersetzung unter Privaten. Die Landesregierungen müssen sich einbringen, um strukturelle Verwerfungen in den Innenstadtlagen zu verhindern."
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