DR Kongo: Ein Land im Aufbruch

12.06.2008

Dr. Bärbel Kofler besuchte die DR Kongo

Auf einer SPD-Fraktionsreise in die Demokratische Republik Kongo besuchte die entwicklungspolitische Sprecherin der Bayerischen SPD-Landegruppe, Dr. Bärbel Kofler, MdB, mehrere kirchliche und zivilgesellschaftlich Friedens- und Bildungsprojekte. Begleitet wurde sie von ihrer Fraktionskollegin Bruni Irber, MdB, aus Niederbayern sowie von zwei Vertretern des Evangelischen Entwicklungsdienstes.

Auf ihrer Reise besuchten die beiden SPD-Bundestagsabgeordneten eine Lehrerfortbildungsstätte sowie Schulen, in denen die Friedenserziehung zum Lehrplan gehört. Danach ging es zu einer Universität: In Gesprächen mit Hochschullehrern war die Rolle der Hochschulen bei der Bildung einer demokratischen Gesellschaft war das Hauptthema. Bärbel Kofler sagte zu, dass sie sich um Partnerschaften mit bayerischen Hochschulen bemühen wird.

Wichtig war den beiden Abgeordneten der Besuch eines Projektes, das sich um die sozialpsychologische und medizinische Betreuung von Frauen kümmert, die in den Kriegsgebieten Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind. Bärbel Kofler und Bruni Irber lernten aber auch die Täterseite kennen: Sie besuchten ein Reintegrationsprojekt für die Täter: Dort wurde ihnen ein Berufsbildungsprogramm für ehemalige Kindersoldaten zur Herstellung von Schulbänken und Lehrmaterial vorgestellt.

Den beiden Abgeordneten sind intensive Bilder im Kopf geblieben. Dazu Bärbel Kofler: „Mir ist noch deutlich die Angst unserer Gesprächspartner bei Einbruch der Dunkelheit vor Augen, ein Gefühl der Unsicherheit, das plötzlich vorherrschend war. Man spürte, wie unsicher die Lage vor Ort ist. Ich sehe auch die Lehrer vor mir, in einer aus unserer Sicht fast aussichtslosen Schulsituation: zu viele Schüler, kein Material, keine Pulte, kein Platz. Dabei zeigen sie einen unglaublichen Elan, mit dem sie die Schulen aufbauen und den Unterricht gestalten.“

Natürlich ergeben sich aus der Reise Schlussfolgerungen für die deutsche Politik: „Die deutsche und europäische Kooperation muss erreichen, dass die Menschen Zugang zu Bildungs-, Gesundheits- und anderen Entwicklungsprogrammen haben“, sagt Bärbel Kofler. „Die Rolle der Provinzregierungen ist dabei besonders wichtig, der versprochene Friedensfonds von besonderer Bedeutung. Er enthält Vorhaben, die unmittelbar den Menschen im Ostkongo zu Gute kommen. Die Zivilgesellschaft muss durch unsere Kooperation gestärkt werden, damit auch Forderungen gegenüber der Regierung Nachdruck verliehen werden kann“.

Wichtig ist der Entwicklungspolitikerin, dass sowohl das nationale Parlament als auch die Parlamentarier der Regionen unterstützt werden, damit sie ihre Aufgabe Stück für Stück besser erfüllen können und näher an den Realitäten der Bevölkerung sind: „Es kommt darauf an, dass die kongolesische Verfassung, die die Provinzregierungen stärkt, umgesetzt wird. Nur so können Aufgaben wie zum Beispiel die Verbesserung des Bildungs- und Gesundheitswesens erfüllt werden.“

Als Gesprächspartner besonders beeindruckt hat die Abgeordnete der Vorsitzende der Elternvereinigung der Schulen in Kavumu nördlich von Bukavu, die teilweise vom Erdbeben zerstört worden waren: „Die Schüler werden zum Teil in Zelten unterrichtet. Dieser Vater stand stolz in der kleinen Bibliothek, die angesichts des generell nicht vorhandenen Lehrmaterials groß wirkte und erläuterte, warum er seine Kinder genau in diese kirchliche Schule schicken will - trotz der schlechten äußeren Bedingungen nach dem Erdbeben. Es war zu spüren, wie sehr er sich für seine Kinder die allerbeste Bildung und damit größere Zukunftschancen wünscht.“

Weitere Informationen können Sie bekommen im Wahlkreisbüro Bad Reichenhall von Dr. Bärbel Kofler, Tel.: 08651 / 766123, oder im Berliner Büro, 030/227 75304.

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