Ernährung: Gentechik ist keine Lösung

05.06.2008

"Nahrung muss wieder dort produziert werden, wo die Menschen sie brauchen", fordert die agrarpolitische Sprecherin der bayerischen SPD-Landesgruppe, Marianne Schieder, MdB, zum Abschluss des Welternährungsgipfels in Rom. Der Hunger könne nur gestoppt werden, wenn wir weltweit den Bauern ermöglichen, selbstständig Lebensmittel für ihre Region zu produzieren. Eine der elementaren Grundrechte dabei sei, dass Landwirte selbstständig Saatgut reproduzieren. Dieses, seit Jahrhunderten unangefochtene Recht der Bauern werde durch die Gentechnik ausgelöscht. Dadurch würden Landwirte weltweit in die Abhängigkeit großer Konzerne getrieben. Dieses neue Problem komme zusätzlich zum oft fehlenden Zugang zu Land und Trinkwasser - speziell in ärmeren Ländern. "Jeder, der wie die CDU/CSU in der grünen Gentechnik eine Lösung für das Hungerproblem sieht, verschärft die Lage und treibt die Armen in die Hände einiger weniger Geschäftemacher. Meist können sich die Kleinbauern aber das Saatgut der Agroindustrie gar nicht leisten", protestiert Marianne Schieder. Man müsse daher wieder verstärkt auf bewährte Anbaumethoden setzen, die seit Jahrhunderten von der Landbevölkerung erarbeitet wurden und frei zugänglich sind. Welche Probleme gentechnisch veränderte Pflanzen mit sich bringen, zeigt der jüngste Fall eines Imkers aus der Region Augsburg. Dieser muss seinen Honig in den Müll werfen, da er mit Bestandteilen des in unmittelbarer Nachbarschaft angebauten MON810-Maises verunreinigt ist. Diese genetisch veränderte Pflanze darf inzwischen in Deutschland angebaut werden. Alle Versuche, einen Anbaustopp zu erwirken, blieben bisher ergebnislos. "Trotz ungenügendem Überwachungsplan und trotz der festgestellten Erkenntnislücken sieht Minister Horst Seehofer (CSU) keine Handhabe, unseren Forderungen nachzukommen", stellt Marianne Schieder fest. Viele weitere Beispiele belegen, wie durch die Gentechnik die Artenvielfalt eingeschränkt und die Produktion von Nahrung immer mehr in die Hände einiger weniger Großindustrieller gelegt wird. Gleichzeitig gehen viele Züchtungen, die die Ernährung über Jahrzehnte gesichert haben, verloren. Es stehe nicht mehr die Ernährung möglichst vieler Menschen im Vordergrund, sondern der Profit einiger weniger Unternehmen. "Wir brauchen eine Lebensmittelerzeugung, die wieder von den Bauern getragen und nicht von Großunternehmen und Finanzmärkten gesteuert wird. Nur so können wir den Hunger bekämpfen und die Landwirtschaft auf eine solide Basis stellen", so Marianne Schieder.

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