Bayerns Umweltminister Markus Söder schlägt vor, die Laufzeiten der sieben ältesten Kernkraftwerke um zehn Jahre und die aller anderen um 15 Jahre zu verlängern. Dazu Ludwig Wörner, der energie- und umweltpolitische Sprecher der bayerischen SPD-Landtagsfraktion: „Herr Söder soll dann aber auch sagen, dass dann allein in Bayern bis zu zwei Millionen Kilogramm hochradioaktiver Atommüll zusätzlich anfallen“. Neben den abgebrannten Brennelementen hätte eine derartige Laufzeitverlängerung aber auch noch 4.500 Kubikmeter verstrahlte Betriebsabfälle zusätzlich zur Folge. Dabei gibt es weltweit trotz jahrzehntelanger Suche noch immer kein einziges Endlager.
Durch die verschiedenen Laufzeitverlängerungen für ältere und jüngere Kernkraftwerke gesteht Minister Söder nun auch endlich ein, dass es sehr wohl deutliche Unterschiede bei der Sicherheit der einzelnen Meiler gibt. Hätten alle Kernkraftwerke die gleichen Sicherheitsstandards, ergäben unterschiedliche Laufzeitverlängerungen keinen Sinn. Auch der parlamentarische Geschäftsführer der bayerischen Landtags-FDP Tobias Thalhammer hat einen Sinneswandel vollzogen und spricht sich nun für die Prüfung einer Abschaltung des Pannenreaktors Isar I aus.
Um die Sache geht es Union und FDP in der Frage der Laufzeitverlängerungen schon lange nicht mehr. Hierzu Ludwig Wörner: „In Wahrheit geht es Schwarz-Gelb nur noch darum, mittels der Brennelementesteuer Haushaltslöcher zu stopfen und eine Beteiligung des Bundesrates mit allen Mitteln zu verhindern. Die Zeche zahlen wieder einmal die Bürgerinnen und Bürger, die für Millionen Jahre auf dem strahlenden Müllberg sitzen bleiben werden“.