Die Öffentlichkeit hat vor der anstehenden Landtagswahl ein Recht darauf zu erfahren, ob die Meinung von Ministerpräsident Beckstein, der Genuss von 2 Maß Bier sei mit dem anschließenden Fahren eines Kraftfahrzeuges vereinbar, eine Einzelmeinung oder die des gesamten bayerischen Kabinetts ist. In einem Offenen Brief an den zuständigen Staatsminister Otmar Bernhard will die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Kathrin Sonnenholzner, dies nun klären.
„Der unverantwortlich verharmlosende Umgang des bayerischen Ministerpräsidenten mit dem Thema Alkohol und Straßenverkehr konterkariert sämtliche präventiven Bemühungen der Schulen, der Polizei, der Suchtberatung und anderer Stellen und führt auch die bisherigen Bemühungen des Ministeriums in diesem Bereich ad absurdum," betont die SPD-Gesundheitssprecherin.
Daher fordert sie Bernhard auf, die folgenden Fragen zeitnah vor dem 28. September öffentlich zu beantworten:
- „Wie beurteilen Sie als zuständiger Fachminister die Aussage des Herrn Dr. Beckstein, nach dem Genuss von 2 Maß (Liter!) Bier, könne man noch Auto fahren?
- Wie beurteilen Sie die zusätzliche Aussage, durch vorheriges „anständiges Essen" werde die Alkoholtoleranz erhöht?
- Wie beurteilen Sie den öffentlichen Schaden, der durch diese Aussage im Hinblick auf die bisherigen Präventionsbemühungen der verschiedensten Stellen entstanden ist?
- Welche Auswirkungen wird diese Aussage einer bisher als öffentliches Vorbild geltenden Person auf die Verkehrssicherheit im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Oktoberfest haben?
- Was werden Sie/was wird Ihr Haus unternehmen, um den entstandenen Schaden zu minimieren?"