Zu den von den bayerischen Metall- und Elektroarbeitgebern vorgelegten Umfrageergebnissen zur Zeitarbeit (ddp v. 22.03.08) erklärt der Stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD und der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Thomas Beyer, MdL, gegenüber ddp:
"Die Einlassungen der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber sind nicht geeignet, Zweifel an ihrer Behauptung auszuräumen, dass Kostengründe nur von nachrangiger Bedeutung für die Einstellung von Zeitarbeitnehmern seien. Wir stellen fest, dass gerade in größeren Unternehmen parallele Tarifstrukturen aufgebaut werden, die zu Ungerechtigkeiten für die Beschäftigten führen.
Zeitarbeiter haben oft nur eingeschränkte Mitbestimmungsmöglichkeiten und unterliegen anderen Arbeitszeitregelungen als ordentlich Festangestellte.
Skepsis ist auch gegenüber der Behauptung angezeigt, dass Zeitarbeitnehmer nur eingesetzt würden, um einen Spitzenbedarf abzudecken. Gerade die von den Arbeitgeberverbänden vorgelegten Zahlen zeigen deutlich, dass es darum nicht in erster Linie geht. Vielmehr besorgt uns, dass Zeitarbeit auch eingesetzt wird, um Löhne zu drücken, Tarifverträge zu schwächen, soziale Mindeststandards zu unterlaufen und die Solidarität in den Belegschaften zu sprengen.
Die SPD fordert daher weiterhin und kann sich nun auch auf die von BayME und VBM präsentierten Daten berufen, den bestehenden Arbeitskräftebedarf durch reguläre Beschäftigungsverhältnisse zu decken. Zeitarbeitsverhältnisse, deren Wert nicht grundsätzlich zu leugnen ist und die daher auch nicht pauschal abgelehnt werden, sind radikal zu begrenzen. Vor allem aber muss gelten: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Es darf nicht sein, dass zwei Beschäftigte an einer Produktionsstätte nebeneinander die gleichen Handgriffe ausführen und dafür unterschiedlich entlohnt werden, unterschiedliche Urlaubsansprüche und unterschiedliche Mitbestimmungsrechte haben."