Der Münchner SPD-Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA Bayern), Ludwig Wörner, empfindet es als unglaublichen Skandal, dass die Telekom zum wiederholten Mal gerade gering verdienende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Call-Centern in Bayern zur Verschiebemasse nutzt. Die meisten von ihnen wurden bereits aus anderen Dienststellen in die Call-Center versetzt - häufig mit der Zusage, dass sie damit ihren Arbeitgeber Telekom nicht zu wechseln bräuchten. Nun sollen offenbar wieder viele der Halbtagsbeschäftigten oder alleinerziehenden Frauen ihren Lebensmittelpunkt zugunsten ihres Arbeitsplatzes wechseln. Der Vorstand der Telekom zieht offensichtlich ins Kalkül, dass viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den erneuten Wechsel ihres Arbeitsplatzes aus familiären Gründen nicht mitmachen können und somit von sich aus kündigen müssen.
Unter diesen Bedingungen kann die Vorstandschaft von Telekom ruhig davon reden, dass die Telekom selbst keine Kündigungen ausspricht. „Was die Manager der Telekom hier betreiben ist Finanzkosmetik und Verschleierung der eigenen Unfähigkeit auf dem Rücken von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Außerdem ist unter den vorgenannten Bedingungen, die Aussage, keine Kündigungen auszusprechen, blanker Zynismus.", so Wörner. Die AfA Bayern fordert Ministerpräsident Beckstein auf zu prüfen, in wie weit für diese Call-Center Steuermittel aus der sogenannten High-Tech-Offensive oder aus anderen Töpfen geflossen sind, um diese zurückzufordern. Wörner: „Es ist geradezu peinlich, wie die Bayerische Staatsregierung das Problem vieler hunderter Menschen, die von der Schließung gefährdet sind totschweigt und keinerlei Aktivitäten zum Erhalt dieser Arbeitsplätze unternimmt."