"Wir brauchen ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft!"

Portrait Lissy Gröner

Dienstag, 15. April 2008

Am 15. April findet zum ersten Mal in Deutschland der Equal Pay Day statt. "Ein Armutszeugnis, dass gleicher Lohn bei gleicher Arbeit auch nach 100 Jahren noch nicht gelöst ist. Der erste Equal Pay Day in Deutschland wird somit zum Protesttag endlich ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft zu verabschieden", so Lissy Gröner, die frauenpolitische Sprecherin der SPE-Fraktion im Europäischen Parlament. Europa hatte die mangelnde Umsetzung der Antidiskriminierungsgesetze in Deutschland kritisiert und strebt derzeit eine Erweiterung der Antidiskriminierungsrichtlinien an.

Deutschland hat im europäischen Vergleich die rote Laterne in der EU wenn es um die gleiche Entlohnung von gleicher Arbeit geht. Dazu die Europaabgeordnete Lissy Gröner: "Wie wollen Regierungen und Arbeitgeber weiter rechtfertigen, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich noch immer 22% weniger verdienen als Männer und der Anteil der weiblichen Manager auf niedrigem Niveau stagniert?"

"Es ist ein Armutszeugnis für Deutschland, dass im 21. Jahrhundert gute und oft sogar besser ausgebildete Frauen weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Der Equal Pay Days wird dies sehr deutlich kommunizieren", betont Lissy Gröner.

"Leider haben die vielen Anstrengungen und Initiativen zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik wenig Erfolg gezeigt - Appelle und freiwillige Vereinbarungen stießen ins Leere. Ich fordere die Frauenministerin auf, endlich zu handeln und mit einem Gesetz zur Gleichstellung in der Privatwirtschaft und durch Unterstützung eines gesetzlichen Mindestlohns, der vielen Frauen endlich ein existenzsicherndes Einkommen verschaffen wird, gegen diese Diskriminierung vorzugehen", so Lissy Gröner.

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