Wiesn, 2 Maß, Führerschein weg - Danke Herr Beckstein

Portrait Ritter

Mittwoch, 17. September 2008

Zwei Maß Bier und dann noch mit dem Auto nach Hause fahren, sind für Ministerpräsident Beckstein offenkundig kein Problem. Bereits nach einer richtigen Maß kommt man leicht über 0,6 Promille und darf überhaupt nicht mehr selbst fahren. Dass ein jahrelanger Law & Order-Innenminister kein Problem mit so etwas hat, ist dem SPD-Landtagsabgeordneten Florian Ritter völlig unverständlich. Der SPD-Rechtspolitiker reagiert empört: „Ich halte es für verantwortlungslos gerade zur Volksfestsaison betrunkenes Fahren zu bagatellisieren. So wird jahrelange Aufklärungs- und Präventionsarbeit der Polizei zunichte gemacht."

Alkohol ist und bleibt immer noch eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle. Jeder neunte Verkehrstote ist auf alkoholisierte Fahrer zurückzuführen. Alkohol ist darüber hinaus immer häufiger Auslöser für Gewalttaten. Bei Heranwachsenden in über 50 % der Fälle (Kriminalstatistik 2006). Als Innenminister zeigte sich Beckstein bei der Vorstellung des Kriminalitätsberichts 2006 noch außerordentlich besorgt über diese Entwicklung und forderte „massives Gegensteuern".

„Dass Beckstein Angst vor der Wahl hat, kann ich ja nachvollziehen", kommentiert Ritter diesen Schwenk, „aber dass er für ein paar Prozentpunkte das Leben und die Unversehrtheit von Menschen aufs Spiel setzt, kann kein Mensch mehr wortlos hinnehmen!" Interessant wäre die Meinung von Gesundheitsminister Bernhard zu der Aussage des Ministerpräsidenten. Bernhard meinte vor ein paar Tagen, dass Jugendliche lernen müssten, mit Alkohol vernünftig umzugehen, lehnte aber alle von der Bundesdrogenbeauftragten vorgeschlagenen Maßnahmen ab.

„Mich interessiert brennend, welche Konzepte der Gesundheitsminister als Alternative anbietet. Hoffentlich bessere als der Ministerpräsident.", reagierte Ritter auf Bernhards Aussage. Die hilflosen Relativierungsversuche der Staatskanzlei („Im Bierzelt sei eine Maß eh nur eine gut eingeschenkte Halbe") setzten da noch eins oben drauf. Darüber hinaus ist es schon verwunderlich, dass die Presseerklärung zur bayerischen Kriminalsstatistik 2006 vom damaligen Innenminister Beckstein nicht mehr im Internet zu finden ist – der Link verläuft ins Leere. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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