Verfehlte Personalpolitik an den Gymnasien

Portrait Pfaffmann

Dienstag, 16. September 2008

Erster Schultag – alte Probleme: „Wer sich heute von der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung zum Thema Bildung am ersten Schultag etwas Neues erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Alles bleibt beim Alten", stellt SPD-Bildungssprecher Hans-Ulrich Pfaffmann fest: Probleme gibt es in allen Schularten, aber die Gymnasien trifft der Lehrermangel besonders hart: Im soeben beginnenden Schuljahr fehlen wieder zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer, es gibt zu große Klassen und zu wenig individuelle Förderung. Das Problem ist aber hausgemacht", stellt Pfaffmann fest und erinnert die verfehlte Personalpolitik für die Gymnasien. In den letzten Jahren wurden viel weniger Gymnasiallehrer eingestellt, als Absolventen auf dem Markt waren. So erhielten im Schuljahr 2003/04 von 550 Bewerbern 459 eine Stelle. Von 850 Bewerbern auf der Warteliste kamen 537 zum Zug. Insgesamt erhielten von 1400 Bewerbern nur 996 eine Stelle, 400 gingen leer aus. Nicht viel besser lief es im Jahr 2002/03: Aus dem aktuellen Prüfungsjahrgang wurden 311 Lehrer und Lehrerinnen eingestellt, 190 hatten das Nachsehen. Dazu Pfaffmann: „Wenn in den letzten Jahren nicht der Finanzminister Schulpolitik gemacht hätte, hätte man heute weniger Probleme."

Unverständlich ist dem Bildungspolitiker auch, warum ausgerechnet jetzt der Amtschef des Kultusministeriums öffentlich vor einer Lehrerschwemme in den nächsten Jahren warnt. „Wahrscheinlich ist, dass der lang gediente Beamte den Versprechungen des Ministerpräsidenten nicht glaubt, der angekündigt hat, bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode jedes Jahr 1000 Lehrer neu einzustellen. Wir als SPD fordern alle jungen Leute auf, die Lehrer werden wollen, mit dem Studium auch zu beginnen. Wir können auf keinen verzichten", erklärt der Münchner Abgeordnete.

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