Zur aktuellen Diskussion um Mindestlöhne in der Pflege teilt die Vorsitzende der bayerischen SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus und Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Angelika Graf stellvertretend für die über 35.000 Senioren in der bayerischen SPD mit:
"Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB) lehnt den kürzlich von den Wohlfahrtsverbänden beantragten Mindestlohn für die Altenpflege mit der Argumentation ab, der geplante Mindestlohn würde die Pflege verteuern und die 'pflegerisch qualitativ hochwertigen Versorgungsstrukturen ins Wanken' geraten lassen. Es stellen sich zwei Fragen: Wie hochwertig ist eine Pflege für pflegebedürftige Menschen, wenn Löhne unter 7,50 Euro die Stunde gezahlt werden? Wie viele Pflegeeinrichtungen zahlen solche Dumping-Löhne? Hohe Pflegequalität zu fordern, aber Mindestlöhne abzulehnen, passt nicht zusammen!
Wenn der VDAB dazu noch im gleichen Atemzug und derselben Pressemitteilung mehr unternehmerische Freiheit und für Führungspositionen höhere Löhne fordert, dann hört sich das nicht nur für die 'einfachen' Pflegekräfte, die Tag für Tag hart für behinderte und ältere Menschen arbeiten, ausgesprochen zynisch an. Hier fehlt es bei Menschen, die sich wohl zum Führungspersonal zählen, eklatant an Sensibilität.
Löhne in der Altenpflege, von denen man leben kann, sind das Mindeste, was man verlangen kann - die großen Wohlfahrtsverbände haben das verstanden. Ich fordere überdies die kirchlichen Einrichtungen auf, sich endlich dazu zu äußern, wie sie zu den Mindestlöhnen im Pflegebereich stehen!"