Bis 2030 gleichbleibend hohe Energieerzeugung mit 558 PJ pro Jahr aus der Atomkraft sieht das bayerische Wirtschaftsministerium in seinem „Szenario mit Kernenergie". Weiter geht die Projektion nicht - doch da die Kurve nicht absinkt, soll „Atomkraft in Bayern für alle Ewigkeiten festgeschrieben werden", mutmaßt die stellvertretende Vorsitzende und energiepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Susann Biedefeld. Selbst wenn man nur den Zeitraum bis 2030 betrachtet, müssten alle fünf bayerischen Reaktoren dauerhaft am Netz sein.
Susann Biedefeld: „Das bedeutet: Entweder müsste dann Isar 1 in Ohu 53 Jahre laufen, was wohl selbst eine CSU-Generalsekretärin Haderthauer sich wohl nicht vorstellen kann, will sie doch die Restlaufzeiten ‚nur' um 8 Jahre verlängern. Oder es werden neue Reaktoren in Bayern gebaut." Diese Option gehört jedenfalls zum Konzept des Atom-Chefberaters der Staatsregierung, Prof. Alfred Voss aus Stuttgart, der dies erst vor drei Monaten beim Klimagipfel der Staatsregierung wieder präsentiert hat.
Für die künftigen Reaktoren hat sich die CSU-Staatsregierung ein Standort-Hintertürchen offengehalten. Susann Biedefeld: „Die bestehenden Atomstandorte Ohu, Gundremmingen und Grafenrheinfeld sind nicht aus dem Standortsicherungsplan für weitere Atomreaktoren gestrichen. Und auch das Gelände für neue Atommeiler ist vorhanden." (Quelle: Bayerisches Wirtschaftsministerium, Daten zur bayerischen Energieversorgung, Juni 2008, Seite 10)
Dringend das Handwerk gelegt werden muss der CSU-Staatsregierung auch bei ihrer internationalen Zockerei auf den Atommärkten der Welt. Biedefeld: „Die Bayerische Landesbank ist an der Finanzierung des neuen finnischen Reaktors Olkiluoto mit mindestens 320 Millionen Euro zu einem Nominalzins von 2,6 Prozent beteiligt. Die Errichter des Reaktors haben bereits Rückstellungen angekündigt, weil der Bau sich verzögert und die Kosten explodieren würden. Wir fordern Auskunft, wie groß das neue schwarze Loch bei der Landesbank ist."