Seit Donnerstag, 14 Uhr, halten die Münchner Studierenden die Kunstakademie besetzt. Sie schließen sich mit dieser Aktion den Studierenden in Österreich an, die seit zwei Wochen die Universität Wien und inzwischen weitere Universitäten besetzt halten, um gegen unzumutbare Studienbedingungen zu demonstrieren. Die hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Isabell Zacharias, hat Verständnis für den Protest: „Massive Probleme beim Bachelor- und Masterstudium, überfüllte Unis, viel zu wenige Dozenten, das Studium nur noch am wirtschaftlich verwertbaren Abschluss ausgerichtet - mit akademischer Freiheit hat das schon lange nichts mehr zu tun. Kein Wunder, dass die jungen Leute sich solche Bedingungen nicht gefallen lassen!"
Den 5. November haben die österreichischen Studierenden zum internationalen Tag des Bildungsprotests erklärt und die deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen ausdrücklich zum Mitmachen aufgefordert. An vielen Universitäten in Deutschland ließen sich die Studierenden vom „virus austriae", dem österreichischen Protestvirus anstecken, auch in München. Hier war zunächst eine Kundgebung vor der Kunstakademie geplant, doch die Empörung der Studierenden gipfelte schließlich in der Besetzung der Akademie.