Die hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Isabell Zacharias, ruft Wissenschaftsminister Heubisch auf, die nach den Studierendenprotesten zugesagten Verbesserungen für Studierende und Hochschulen zeitnah umzusetzen.
Zacharias: „Der Minister hat mir selbst in einer Plenarsitzung des Landtags Ende des Jahres gesagt, dass es bis zum Sommersemester 2010 erste Verbesserungen, beispielsweise bei den Prüfungen, geben soll. Nun höre ich, dass sie erst ein Jahr später kommen sollen. Die dringend notwendigen Verbesserungen dürfen aber keinesfalls auf die lange Bank geschoben werden.
Die Münchner Hochschulpolitikerin hält die Kritik der Studierenden an der Umsetzung des Bologna-Prozesses an den bayerischen Hochschulen für umfassend und berechtigt: Die Studiengänge seien verschult, es bleibe keine Zeit für Auslandsaufenthalte und ein Hochschulwechsel gestalte sich schwieriger als früher, da die gegenseitige Anerkennung der Prüfungen völlig ungeklärt sei. Die Hochschulen seien darüber hinaus von der Staatsregierung mit der Umstellung der Studiengänge alleingelassen worden.
Zacharias: „Ohne eine zusätzliche Finanzierung mussten die betreuungsintensiven Bachelor- und Master-Studiengänge eingeführt werden, aber hier brauchen wir mehr Lehrpersonal, Räume und Sachmittel. Diese Kosten können von den ohnehin unterfinanzierten Hochschulen nicht alleine getragen werden." Die Staatsregierung zeigt jedoch kein Entgegenkommen: der jüngste Haushaltsantrag der SPD-Fraktion, der mehr Personal an den Hochschulen vorsieht, um die Bologna-Ziele umsetzen zu können, wurde erneut abgelehnt.