SPD-Gesundheitspolitikerin Sabine Dittmar: Hausärzteproteste machen Probleme deutlich - CSU spricht mit gespaltener Zunge

Portrait Dittmar

Dienstag, 24. August 2010

Verständnis äußert die SPD-Gesundheitspolitikerin Sabine Dittmar für die angekündigten Protestaktionen der Hausärzte, die am Donnerstag und Freitag ihre Praxen schließen. So wird deutlich demonstriert, auf was sich Patientinnen und Patienten einstellen müssen, wenn es künftig immer weniger Hausärzte geben wird, betont die SPD-Landtagsabgeordnete, die selbst 13 Jahre als Hausärztin auf dem Land gearbeitet hat. Wichtig ist natürlich, dass eine entsprechende Notfallversorgung garantiert ist.

Durch die hausarztzentriete Versorgung, in der die Hausärzte eine Lotsenfunktion übernehmen und die die Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten entsprechende Hausarztverträge anzubieten, wurde die Situation der Hausärzte deutlich verbessert. Nicht nur das Berufsbild an sich wurde aufgewertet, sondern auch die gravierenden Honorarunterschiede zu Fachärzten deutlich reduziert, stellt Dittmar fest. Die von Rösler angedachten Gesetzesänderungen machen den Hausarztvertrag jedoch zur Makulatur.

Auch die CSU - so die SPD-Gesundheitspolitikerin - spreche hier mit gespaltener Zunge: "In München verteilt sie Zuckerbonbons an den Hausärzteverband und in Berlin hat sie letztendlich ihre Zustimmung zur Zerschlagung der Hausarztverträge gegeben. Nur vom Hausärztemangel und einer drohenden Unterversorgung vor allem des ländlichen Raumes zu reden, aber in der praktischen Politik schlagkräftige Instrumente wie den Hausarztvertrag wieder auszuhöhlen, hilft weder den Hausärzten noch den Patientinnen und Patienten. Ein wichtiges Steuerungselement für die Niederlassungsentscheidung als Hausarzt wird hier sehenden Auges zunichte gemacht."

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