SPD gegen Freigabe beim Ladenschluss

Portrait Naaß

Mittwoch, 4. November 2009

Widerstand der SPD-Landtagsfraktion gegen die Pläne der FDP, den Ladenschluss an Werktagen frei zu geben, kündigt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und mittelfränkische SPD-Vorsitzende, Christa Naaß, an: "Mit der Abschaffung des Ladenschlusses wäre eine weitere Kommerzialisierung des gesellschaftlichen Lebens verbunden. Es droht eine verstärkte Konzentration von Geschäften auf der 'grünen Wiese' und damit eine Verschlechterung des wohnortnahen Einkaufs, insbesondere außerhalb der Städte," so Naaß.

Für kleine Einzelhändler, Handwerker und mittelständische Betriebe sei die vermeintliche Liberalisierung Existenz gefährdend, da sich lange Öffnungszeiten bei gleich bleibenden oder gar rückläufigen Umsätzen und zusätzlichem Personalbedarf nicht rechnen würden. Schon die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten auf 20.00 Uhr habe ergeben, dass dies zu keiner Zunahme von regulären sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen geführt hat.

Naaß: "Das Gegenteil war der Fall. Außerdem wäre die ,Liberalisierung des Ladenschlusses' familien- und frauenpolitisch ein Rückschritt. Einzelhandelsarbeitsplätze sind überwiegend Frauenarbeitsplätze. Schichtdienst und Sonntagsarbeit zerreißen schon jetzt die Familien. Insbesondere für Alleinerziehende wäre die Vereinbarkeit von Beruf und Kindern durch eine weitere Aufweichung der Ladenschlusszeiten nahezu unmöglich. Das öffentliche und private Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen in Bayern orientiert sich schon jetzt nicht an den Öffnungszeiten des Einzelhandels und Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter drei Jahren sind Mangelware."

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