SPD fordert mehr Lehrer zum Schulhalbjahr

Portrait Martin Güll

Mittwoch, 18. Januar 2012

„Wir steuern auf einen dramatischen Lehrerfehlbedarf in manchen Grund- und Mittelschulen zu, wenn zum Schulhalbjahr im Februar keine neuen Lehrereinstellungen vorgenommen werden“, sagt der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll, in Bezug auf die Forderung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) voraus. Vor allem in manchen Mittelschulen können die in Altersteilzeit wechselnden Lehrkräfte nicht ersetzt werden. „Schulleitern bleibt nichts anderes übrig, als Lehrerstunden während des Schuljahres, die für Differenzierungsmaßnahmen und im musischen Bereich verwendet wurden, zu streichen, um bis zum Sommer über die Runden zu kommen. Die falsche Einstellungspolitik des Kultusministeriums wird eindeutig auf dem Rücken der Schüler ausgetragen“, zeigt sich Martin Güll verärgert.

Güll, der auch Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag ist, fordert, im Nachtragshaushalt aus den Steuermehreinnahmen nicht erst im Sommer, sondern schon jetzt im Februar Lehrkräfte feste Anstellungsverträge anzubieten und sie nicht nur übergangsweise bis zum Juli zu beschäftigen. „Nur so werden die im letzten Herbst in die Arbeitslosigkeit geschickten Junglehrer wieder in die Schule zurückzuholen sein.“

Damit unterstützt Martin Güll die Forderung des BLLV, die Personaldecke an den Schulen deutlich zu vergrößern. „Spaenle bekommt vom Finanzminister jedes Jahr genau so viel Planstellen, dass er gerade über die Runden kommt. Das hat in den Jahren zuvor nie funktioniert und funktioniert auch dieses Jahr nicht. Es muss immer nachgesteuert werden“, so Güll. Die Wahrheit ist, dass die angekündigten zusätzlichen tausend Lehrerstunden für alle Schularten erst ab Herbst zur Verfügung stehen. „Das ist zu spät. Jetzt zum Halbjahr werden die Schulen mit dem Lehrermangel zu kämpfen haben“, sagt der SPD-Bildungsexperte voraus.

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