Sie sind hoch qualifizierte Betriebswirtschaftlerinnen, Juristinnen, Beamtinnen oder auch Ingenieurinnen – und doch erhalten diese Frauen viel zu selten Zugang zu den Spitzenämtern ihrer Laufbahn. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für all jene, die Top-Bildungsabschlüsse erzielt haben, beruflich vorankommen wollen und trotzdem gegenüber ihren männlichen Kollegen das Nachsehen haben. Der Freistaat Bayern muss sich endlich über das enorme Potential dieser Leistungsträgerinnen bewusst werden und dafür sorgen, dass Führungspositionen nicht länger männlich dominiert sind", fordert Dr. Simone Strohmayr, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März.
Strohmayr reicht daher einen Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Gleichstellungsgesetzes ein. Damit soll erreicht werden, dass im öffentlichen Dienst in Bayern bei gleicher Eignung Frauen bevorzugt in den Bereichen eingestellt werden, in denen sie unterrepräsentiert sind. In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wird die Quotierung bei der Einstellung und Beförderung bereits angewandt, um eine deutliche Erhöhung des Frauenanteils zu erreichen.
In der öffentlichen Verwaltung muss nach Auffassung Strohmayrs noch viel getan werden. Dort ist zwar seit Einführung des Bayerischen Gleichstellungsgesetzes im Jahr 1996 die Frauenquote im höheren Dienst von 24,5 Prozent auf 34,2 Prozent gestiegen, im gehobenen Dienst auf von 48,5 Prozent auf 53,9. „Das ist durchaus erfreulich. Doch wenn es mit der Gleichstellung weiterhin mit einem solchen Schneckentempo vorangeht, dann müssen wir noch gute 20 Jahre warten, bis tatsächlich überall 50 Prozent erreicht sind", meint dazu Strohmayr.
Benötigt würden klare Vorgaben, damit Frauen endlich auf gleicher Augenhöhe mit Männern stehen. Strohmayr: „Wir brauchen insbesondere eine Quotenregelung im öffentlichen Dienst und an den Universitäten sowie Sanktionsmöglichkeiten bei Gesetzesverstößen." Zugleich appelliert die Politikerin an die Privatwirtschaft, mehr Frauen einzustellen und ihnen in den Betrieben bessere Aufstiegschancen einzuräumen, anstatt sich über den Fachkräftemangel zu beklagen. „Frauen erzielen oftmals die besseren Bildungsabschlüsse. Dieses Know-how muss man doch nutzen", fordert die Landtagsabgeordnete.