"Die von der Bayerischen Staatsregierung so gepriesene Berufliche Oberstufe, mit dem die angebliche Durchlässigkeit des bayerischen gegliederten Schulsystems bewiesen werden sollte, hat einen denkbar schlechten Start - und der wird auf dem Rücken der Schüler und Lehrer ausgetragen", kritisiert die Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für berufliche Bildung, Karin Pranghofer.
"Klassengrößen von 30 und mehr Schülern wird es an fast jeder Fach- und Berufsoberschule in Bayern geben, obwohl dafür oft keine geeigneten Räume vorhanden sind", beklagt die SPD-Bildungspolitikerin. "Im kommenden Schuljahr werden an den Fach- und Berufsoberschulen in ganz Bayern Hunderte von Wochenstunden Pflichtunterricht ausfallen. Betroffen sind davon u. a. die Fächer Religion, Sport, Geschichte, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und wahrscheinlich Sozialkunde und Chemie, sowie in großem Maße der Förderunterricht für schwächere Schüler."
Pranghofer: "Ferner herrscht großer Lehrermangel. Es unterrichten an den Fach- und Berufsoberschulen Personen, die keine Lehrbefähigung für Fach- und Berufsoberschulen oder überhaupt keine Lehrbefähigung für irgendeinen Schultyp besitzen. Es unterrichten auch Pensionäre, die aufgrund ihres Alters eigentlich nicht mehr vor der Klasse stehen sollten und als Aushilfen aktiviert werden, um den wirklichen Lehrermangel zu verschleiern."
"Von den vom Kultusministerium angekündigten gut 30 Realschullehrern, die sich nachqualifizieren sollten und schon jetzt an den Fach- und Berufsoberschulen unterrichten, sind nur zehn angetreten", bemängelt die SPD-Berufsschulsprecherin weiter. Pranghofer: "Die Ursache dieser Misere besteht darin, dass das Kultusministerium jahrzehntelang ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer nicht eingestellt hat und jetzt vor einem leergefegten Arbeitsmarkt steht."