Mit Unverständnis reagiert die Gesundheitspolitikerin und Ärztin Sabine Dittmar (Bad Kissingen) auf die Ankündigung von Gesundheitsminister Markus Söder, keine Rechtsverordnung zu erlassen, die es Städten und Kommunen ermöglicht, bei Bedarf und Notwendigkeit Drogenkonsumräume zu schaffen. Dittmar: „In 16 Städten in sechs Bundesländern existieren diese Drogenkonsumräume bereits und die Erfahrungen sind durchweg positiv: Sowohl die Infektionsrate mit AIDS und Hepatitis C als auch die Sterberate sanken signifikant." Die Evaluation der Drogenkonsumräume in Berlin zeige weiter, dass ein Drittel der Nutzer erneut weiterführenden Hilfen zugeführt werden konnten und zehn Prozent erstmals für suchtspezifische Hilfen sensibilisiert wurden und diese auch in Anspruch nahmen. Überraschenderweise sei die Akzeptanz unter den Anwohnern mit 75 Prozent Zustimmung sehr hoch, so die SPD-Abgeordnete.
„Die pauschale Diskreditierung der Drogenkonsumräume zur „rechtsfreien Fixerstube" hält einer objektiven Betrachtung nicht stand und ist billige Stimmungsmache", stellt Dittmar fest. Das Betäubungsmittelgesetz gebe ganz klare Mindeststandards für die Sicherheit und Kontrolle beim Verbrauch von Betäubungsmitteln in Drogenkonsumräumen vor.
Trotz mannigfaltiger Präventions- und Beratungsangebote ist die Anzahl der Drogentoten in Bayern gleichbleibend hoch. „Dies, und auch die Tatsache, dass Drogenkonsumräume von der fachlichen Ebene (Arbeitsgemeinschaft der bayerischer Kontaktläden, Paritätischer Wohlfahrtsverband) schon seit Jahren gefordert werden, sollten auch für den Lebensminister Söder Anlass sein die ideologische Brille abzulegen und in der Drogenpolitik neue Wege einzuschlagen, die in anderen Bundesländern bereits Erfolge aufweisen", erklärt Dittmar.