SPD-Bildungssprecher Hans-Ulrich Pfaffmann: Kultusminister will marginale Änderungen als Reform verkaufen - Neue Pleite des CSU-Chaos-Teams
Kultusminister Schneider kapituliert vor der Aufgabe, das überstürzt eingeführte achtjährige Gymnasium G8 zu reformieren. Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Hans-Ulrich Pfaffmann, wertet die jetzt gemachte Ankündigung, Stunden und Intensivierungsstunden zu kürzen, als verzweifelten Versuch, marginale Veränderungen am G8 als Reform zu verkaufen. „Dies reiht sich nahtlos ein in die panikartigen Reaktionen der CSU nach der Kommunalwahl. Nach den Pleiten beim Rauchverbot, dem Transrapid, der Pendlerpauschale und der Landesbank fabriziert der schwächste Minister im Kabinett des Chaos-Tandems Beckstein und Huber ein neues Desaster", so Pfaffmann. „Es zeigt sich immer deutlicher, dass die CSU nicht in der Lage ist, die Baustelle der Bildungspolitik zu schließen. Mit der CSU können Eltern, Schüler und Lehrer keine nachhaltigen Verbesserungen erwarten. Die Ankündigungen Schneiders zeigen deutlich auf: Die CSU ist reformunfähig", fügt Pfaffmann hinzu.
Die Intensivierungsstunden seien immer wieder als Herzstück und bundesweit als bildungspolitische Innovation bezeichnet wurden, so Pfaffmann. So würdigte Schneider die „günstigen Auswirkungen der Intensivierungsstunden im achtstufigen Gymnasium". (Pressemitteilung, 13.9.2005). In der gleichen Pressemitteilung: „Als Hauptursache für diesen günstigen Trend nennt der Minister vor allem die Intensivierungsstunden, die eine Vertiefung des Unterrichtsinhaltes sicherstellen." Der damalige CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann bezeichnete die Investition in die Intensivierungsstunden des G8 gar als „entscheidenden Schub für das G8" (Pressemitteilung 09.02.2004)
Und nun soll die Reform des G8 in der faktischen Abschaffung der hoch gelobten Intensivierungsstunden bestehen: „Es ist ein Unding, dass die dringend notwendigen Förderstunden jetzt in das Ermessen der Schulen gestellt werden sollen, die wegen des gravierenden Lehrermangels kaum in der Lage sein werden, diesen Anforderungen gerecht zu werden", erklärt Pfaffmann. Erstaunlich auch aus Sicht der SPD: Die Bildungsverantwortlichen in der CSU-Staatsregierung haben bisher immer wieder behauptet, die Kürzung der Unterrichtsstunden wäre aus Qualitätsgründen nicht möglich. Jetzt wird - wie so oft - das Gegenteil gemacht. Noch schlimmer ist aus der Sicht Pfaffmanns: „Aus Ratlosigkeit werden die Probleme des G8 auf die Schulen abgewälzt ohne allerdings die dafür notwendigen Verbesserung der Rahmenbedingungen zu realisieren", so der Münchner Abgeordnete.
Aus der Sicht der SPD bleibt es dabei: Ohne deutlich mehr Personal an den Schulen, ohne einen schnellen Ausbau der gebundenen Ganztagsschulen, sind die Probleme des G 8 nicht zu lösen. „In dieser Frage gibt das Kultusministerium keinerlei Antworten", stellt der Bildungspolitiker fest.