"Ich erwarte von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, dass sie den Anbau der genmanipulierten Amflora-Kartoffel nicht genehmigt", fordert Marianne Schieder, agrarpolitische Sprecherin der Bayerischen SPD-Landesgruppe. Aktuell hat BASF in Mecklenburg-Vorpommern eine Anbaugenehmigung für bis zu 40 Hektar zur Saatgutvermehrung der Gen-Kartoffel beantragt.
Nach dem Anbauverbot des Genmais MON810 vor einer Woche wäre es unverantwortlich, die Kartoffel nun zu erlauben, so die SPD-Abgeordnete. Da es sich nur um eine Anbaufläche in einem einzelnen Bundesland handle, sei die beantragte Genehmigung in der Öffentlichkeit allerdings kaum präsent. Dies sei aber ein weiterer Testfall dafür, ob der Richtungswechsel der CSU bei der Gentechnik glaubwürdig ist, so Marianne Schieder.
Denn vor zwei Jahren wurde der Anbau der Kartoffel unter Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer noch genehmigt. "Mal sehen, ob sich nun auch bei der Kartoffel die Meinung geändert hat", so die Agrarexpertin. Offen sei aber nach wie vor ein klares Signal der CSU, sich auf Bundesebene für rechtsverbindliche Regelungen zur Schaffung von gentechnikfreien Zonen einzusetzen. „Ein entsprechender Antrag der SPD liegt seit Monaten auf dem Tisch“, sagt Marianne Schieder.