Reform der Hochschulen jetzt voranbringen

Portrait Zacharias

Mittwoch, 25. November 2009

Die SPD-Landtagsfraktion zieht Konsequenzen aus den Studentenstreiks in Bayern: In einem aktuellen Dringlichkeitsantrag fordert sie entscheidende Korrekturen am sogenannten „Bologna-Prozess". „Die Studierenden haben mit ihren Protesten an vielen Stellen Recht. Der Bologna-Prozess muss jetzt nachjustiert werden. Ein weiteres Hinhalten darf es nicht geben", erklärt die hochschulpolitische Sprecherin Isabell Zacharias.

Die forschungspolitische Sprecherin Natascha Kohnen bedauert, dass durch den überregulierten Studienaufbau und die verschulten Studiengänge das freie wissenschaftliche Arbeiten erschwert wird und die Einheit von Forschung und Lehre verloren geht. Die SPD fordert daher in ihrem Dringlichkeitsantrag weniger Prüfungen, besonders zu Beginn des Studiums. Universitäten, die einen Studiengang anbieten, müssen sicherstellen, dass dieser von den Studierenden auch bewältigt werden kann. Das Wechseln der Universität soll durch gegenseitige Anerkennung von Hochschulstandards erleichtert werden. Der Übergang zwischen den Bachelor- und den Masterstudiengängen muss flexibler werden. Und schließlich: „Es ist unhaltbar, dass es nur für etwa 20 Prozent der Bachelor-Absolventen weiterführende Master-Studiengänge gibt", erklärt Kohnen.

Die ursprünglichen Ziele der 1999 von den europäischen Bildungsministern beschlossenen Erklärung zur Reform der Hochschulen sind nicht erreicht worden. Geplant war die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums mit vergleichbaren Abschlüssen und der Verbesserung der gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen. Auch sollte die Mobilität der Studierenden gefördert werden. Bei der Umsetzung der Reform sind jedoch entscheidende Fehler gemacht worden: Studierende und Hochschullehrer beklagen eine Überregulierung des Studiums und die neuen Strukturen verhindern individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.

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