Pronold: Gauck war Kandidat der Herzen

Porträt Florian Pronold

Freitag, 2. Juli 2010

Mit 625 von 1.244 Stimmen und einer parteitaktischen schwarz-gelben Mehrheit in der Bundesversammlung ist Christian Wulff beim 3. Anlauf zum Bundespräsidenten gewählt worden. In allen drei Wahlgängen hat dabei ein erheblicher Teil des schwarz-gelben Lagers Mut und Eigenständigkeit bewiesen. Dass sie sich vom Merkelschen Machtkalkül nicht haben vereinnahmen lassen, verdient Respekt und Anerkennung.

Joachim Gauck war der Kandidat der Herzen. Er wäre der Bundespräsident für alle gewesen. Er hatte eine breite gesellschaftliche Zustimmung aus der deutschen Bevölkerung über alle Parteigrenzen hinweg. Merkel setzte letzten Endes aus Angst vor Gesichts- und Machtverlust eine parteitaktische Lösung durch. Schwarz-Gelb hat damit eine historische Chance vertan, aus der heutigen Wahl eine Sternstunde für die Demokratie zu machen.

Dass Angela Merkels Taktiererei am Ende aufgehen konnte, ist der bornierten Haltung der Linkspartei zu verdanken. Mit ihrer Engstirnigkeit gegenüber Gauck hat sie den Kandidaten von Union und FDP unterstützt. Und nur dadurch hat es Christian Wulff in sein neues Amt geschafft. Das zeigt, dass die Linke nach wie vor mehr an ihrer eigenen Vergangenheit als an unser aller Zukunft interessiert ist. Hätte ihr das Wohl unseres Landes am Herzen gelegen, hätte der bessere Kandidat das Rennen gemacht: Joachim Gauck.

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