„Es rächt sich bis zum Schluss, dass es keine Gesamtkonzeption bei der Einführung des G8s gab und man nur von Jahr zu Jahr voranstolpert," so der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Hans-Ulrich Pfaffmann zu den Plänen von Kultusminister Siegfried Schneider zur neuen Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums und zum doppelten Abiturjahrgang, die heute vorgestellt wurden.
Skandalös seien die fehlenden Lösungen für die Bewältigung des doppelten Abiturjahrgangs im Jahr 2011 für die Hochschulen. Hier würden durch die stümperhaften Planungen die Wahlfreiheit des Studienfaches für die Schülerinnen und Schüler des letzten G9-Jahrgangs, die gleich nach dem Abitur beginnen wollen zu studieren, massiv eingeschränkt. Pfaffmann: „Dadurch, dass sich Abiturientinnen und Abiturienten des letzten G9-Jahrgangs nur mit dem Zwischenzeugnis der 13. Klasse für ein Studium bewerben können, kommen alle zulassungsbeschränkten Fächer gar nicht erst in Frage. Die jungen Leute müssen von Mitte April bis Anfang November sich die Zeit vertreiben, wenn sie zum Beispiel Medizin studieren wollen. Dann kollidieren sie natürlich mit dem ersten Abiturjahrgang des G8, die mittlerweile auch die Schule verlassen haben. Damit ist das Chaos an den Hochschulen dann komplett. Dann können wir erwarten, dass von den insgesamt 70.000 Abiturienten des G8 und G9 in diesem Jahr der allergrößte Teil erst zum Wintersemester anfangen wird. Dafür sind die bayerischen Hochschulen nicht ausgelegt. Damit hat es Herr Schneider geschafft, das jahrelange Chaos des G8 nahtlos an die Hochschulen weiterzugeben. Viel Spaß Herr Goppel!„ Besonders hart treffen Schneiders sogenannte Planungen allerdings die Haupt- und Realschüler, für die es eng wird auf dem Ausbildungsmarkt, weil sich die Konkurrenz aus zwei Abiturjahrgängen für die Ausbildungsstellen bewerben werden.
Alle Planungen und Modellversuche zur neuen gymnasialen Oberstufe, die durchaus Potentiale haben, sind nur dann sinnvoll und realisierbar, wenn diese auch durch eine entsprechende Personaldecke abgesichert seinen. „Davon aber fiel heute kein Wort", so Pfaffmann. „Wenn beispielsweise eine durchaus sinnvolle Kursgröße von 15 Schülerinnen und Schülern in den Seminarfächern festgelegt werden soll, dann müssen dafür auch die Lehrer vorhanden sein. Woher die Lehrerinnen und Lehrer kommen sollen, bleibt das Geheimnis des Bildungsministers", so Pfaffmann.