SPD-Bildungssprecher Pfaffmann: Hinweise des Aktionsrates Bildung zu mangelnder Autonomie der Schulen ist berechtigt - Schulen können gesetzliche Möglichkeiten aus finanziellen Gründen gar nicht ausschöpfen
Völlig unverständlich ist dem SPD-Bildungssprecher Hans-Ulrich Pfaffmann die Reaktion von Kultusminister Ludwig Spaenle auf die Kritik des Aktionsrates Bildung zur mangelnden Autonomie der Schulen in Bayern. Pfaffmann: „Ich halte es für mehr als schäbig, den Schulen einerseits wenig Freiheiten in der Gestaltung des Schulalltags zu lassen und die Verantwortung für schlechte Bewertungen durch den Aktionsrat Bildung wiederum an die Schulen zu delegieren."
Spaenle hatte in seiner Reaktion auf die Studie des Aktionsrates Bildung gesagt, dass es im Gesetz einen ganzen „Kasten" von Möglichkeiten gebe, die alle von den Schulen nicht genutzt würden. Pfaffmann: „Das ist offenbar ein Kasten, in dem nicht das drinnen ist, was Spaenle draufgeschrieben hat." Tatsächlich, so weiß der Bildungspolitiker aus Erfahrung, scheitern in Bayern formale Gestaltungsmöglichkeiten an der finanziellen Realität. „So ist eine flexible Lehrplangestaltung mit Projektunterricht kaum möglich, weil man dafür mehr Lehrer bräuchte. Es fehlt also an den bereit gestellten Ressourcen", stellt Pfaffmann fest.
Ganz deutlich werde die faktische Abhängigkeit der Schulen von einer Zentralverwaltung, daran, dass sich die Staatsregierung seit Jahren weigere, Schuldirektoren vom Unterricht zu befreien oder genügend Fachpersonal für die Administration zur Verfügung zu stellen, so der Abgeordnete.