Kurz vor dem Anpfiff zur Fußball-Europameisterschaft zeigt der Frauenausschuss des Europäischen Parlaments in der heutigen Plenardebatte wieder die "Rote Karte gegen Zwangsprostitution". "Bis zu 800 000 Frauen werden jährlich Opfer von Menschenhändlern. Dies ist eine der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen unserer heutigen Zeit", so die frauenpolitische Sprecherin der SPE-Fraktion LISSY GRÖNER. "Die Europameisterschaft ist mit der Gefahr des schnellen Sexes am Rande von sportlichen Großereignissen verbunden. Deshalb will das Europäische Parlament erneut gegen diese Art des 'modernen Sklavenhandels' aufmerksam machen."
LISSY GRÖNER: "Vor zwei Jahren bei der WM in Deutschland hatte eine breit angelegte Kampagne dafür gesorgt, dass die zunächst von Fachleuten befürchteten Auswüchse der Zwangsprostitution mit Unterstützung der Fans verhindert werden konnten". Nach der WM 2006 hatte das Thema jedoch wieder an öffentlicher Aufmerksamkeit verloren. Der Deutsche Frauenrat mahnt Maßnahmen zum Opferschutz weiterhin an, und wird jetzt auch von den Frauenorganisationen in Österreich und in der Schweiz unterstützt, die in der EM Kampagne mit eigenen Initiativen das Thema vorantreiben.
Auf Initiative der Sozialdemokratischen Abgeordneten hat der Frauenausschuss im Europäischen Parlament eine mündliche Anfrage zu Zwangsprostitution und Frauenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung an die EU Kommission gestellt, die heute im Plenum behandelt und beantwortet werden wird. In der Anfrage geht es unter anderem um die Umsetzung der Maßnahmen zum Opferschutz, zur grenzüberschreitenden polizeilichen Zusammenarbeit und zur Umsetzung des Aktionsplans zur Bekämpfung des Frauenhandels.
"Wir wollen von der Kommission wissen, wie die europäischen Mitgliedstaaten die vorgegebenen Maßnahmen gegen Menschenhandel implementiert haben, und wo wir noch nachbessern müssen. Dabei geht es nicht nur um Österreich und die Schweiz als Gastgeber der EM", so LISSY GRÖNER. "Wir fordern die EU Kommission auf, das Europäische Parlament bei seinen Anstrengungen zur Beendigung dieser schlimmen Menschenrechtsverletzung zu unterstützen!"