Der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat heute im Untersuchungsausschuss zum Kauf der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) durch die Bayerische Landesbank die Verwaltungsratsmitglieder und die Vorstände der BayernLB schwer belastet. Von der bayerischen Verhandlungsseite habe es ein heftiges „Brautwerben" um die Bank gegeben. „Dass dies automatisch zu einem höheren Kaufpreis führt, sollte jedem klar sein", folgert der stellvertretende Vorsitzende des Untersuchungsausschusses Harald Güller. Auch hat Bayern laut Dörfler auf einen schnellen Abschluss des Kaufvertrages gedrängt. „Damit stellt Dörfler dem BayernLB-Vorstand und dem CSU-Verwaltungsrat ein vernichtendes Zeugnis aus", erklärt Güller. Gleichzeitig habe der Kärntner Landeshauptmann jede Verantwortung Kärntens und seines Vorgängers Jörg Haider abgestritten. „Wir sind gespannt, wie die CSU-Verwaltungsratsmitglieder die heutigen Aussagen von Dörfler bewerten werden", so Güller.
Dörfler führte weiter aus, dass die Bayern durchaus gewusst hätten, dass sie eine Bank mit „einem veritablen Getriebeschaden" gekauft haben. Auch attestierte Dörfler der Führung der BayernLB schwere Fehler: Erst sei man Vollgas gefahren, dann habe man eine Vollbremsung hingelegt und sei dann voll gegen die Wand gefahren. „Mit dieser Aussage hat Dörfler seinen CSU-Kollegen in Bayern keinen guten Dienst erwiesen", stellt SPD-Untersuchungsausschussmitglied Inge Aures fest.
Wie sehr man in Kärnten über den Abschluss des Vertrages triumphierte, führte Güller im Untersuchungsausschuss aus: Bei Abschluss des Kaufvertrages habe man über einen „sensationellen" Endpunkt des Vertrages gesprochen, über ein „hervorragendes" Angebot der BayernLB, ein „perfektes Gesamtpaket" und über einen „besten Preis zum besten Zeitpunkt".