Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Hans-Ulrich Pfaffmann kündigt für den Fall einer Regierungsbeteiligung der SPD in Bayern die Einführung einer längeren gemeinsamen Grundschulzeit an. „Wir wollen nicht nur höhere Investitionen in die Bildung, sondern vor allem auch längeres gemeinsames Lernen." Der Bildungssprecher sieht sich durch die Ergebnisse einer neuen bundesweiten Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung bestätigt. Demnach wollen 49 Prozent der Befragten die Schüler erst nach der 6. Klasse auf verschiedene Schularten aufteilen, 19 Prozent befürworten sogar eine gemeinsame Schulzeit bis zur 10. Klasse.
Die Umfrage zeige ein weiteres Mal den Reformbedarf auch an den bayerischen Schulen, sie bestätige die langjährigen Forderungen der SPD nach einer längeren gemeinsamen Schulzeit. „Leider sind diese Reformen immer wieder am Widerstand der CSU gescheitert. Bayern läuft wie bei den Ganztagsschulen Gefahr, auch bei diesem Thema von der nationalen und internationalen Entwicklung abgehängt zu werden", erklärt Pfaffmann. Eine längere gemeinsame Schulzeit ist aus Pfaffmanns Sicht aus drei Gründen notwendig: Es sei nicht kindgerecht und pädagogisch höchst fragwürdig, Kinder im 10. Lebensjahr auf verschiedene Schularten aufzuteilen. Mit dem Übertrittszeugnis werde ein unverhältnismäßig hoher Leistungsdruck auf die Schülerinnen und Schüler ausgeübt. Und schließlich könne die einmal getroffene Entscheidung für eine Schullaufbahn innerhalb der Pflichtschulzeit kaum noch korrigiert werden. Pfaffmann: „Wer eine längere gemeinsame Schulzeit auch in Bayern für sinnvoll hält, der muss dies bei der Landtagswahl deutlich machen. Mit der CSU wird sich in dieser Frage nichts ändern."