Angesichts der Kinderarmut in Bayern fordert die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Kathrin Sonnenholzner, dass der Freistaat dafür Sorge trägt, dass jedes Kind in Bayern, das eine Kindertagesstätte oder Schule besucht, regelmäßig eine warme, kostenlose Mahlzeit erhält, die auch den Erfordernissen einer gesunden Ernährung entspricht.
„Die Staatsregierung darf sich nicht nur auf die IZBB-Mittel des Bundes zu verlassen, um Mittagessen an Ganztagsschulen zu finanzieren, sondern selbst dafür zu sorgen, dass an allen Schulen und Kindertagesstätten in Bayern kostenlose Mahlzeiten eingenommen werden können", betont Sonnenholzner. „Dabei werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, einmal, dass Kinder aus bedürftigen Familien, die sich eine Mittagsverpflegung schlicht nicht leisten können, nicht stigmatisiert werden und zum anderen, dass damit auch auf das Ernährungsverhalten der Kinder Einfluss genommen würde." Dabei müsse angesichts der zunehmenden Diabetes-mellitus-Erkrankungen von Kindern auch auf eine adäquate Essensqualität gesichert werden, so Sonnenholzner.
Dass die CSU mit ihrer Forderung nach neuen Regelsätzen für Hartz IV – Empfänger diese Verantwortung auf den Bund abschieben will, lässt Sonnenholzner nicht gelten: „Mit einer Beschränkung der Abgabe des Mittagessens auf die Kinder bedürftiger Familien findet automatisch eine Stigmatisierung statt". Zudem sei allein der bürokratische Aufwand zur Feststellung der Bedürftigkeit zu hoch. „Das Geld, das darauf verwendet würde, wäre besser in das kostenlose Mittagessen investiert", betont Sonnenholzner.