Kohnen: Rösler zäumt das Pferd von hinten auf

Portrait Kohnen

Dienstag, 6. April 2010

Zu den Forderungen des Bundesgesundheitsministers Rösler, den Numerus Clausus beim Medizinstudium abzuschaffen, erklärt die Generalsekretärin der BayernSPD Natascha Kohnen:

Philip Rösler hat nicht verstanden, worum es beim Ärztemangel wirklich geht. Es wundert daher kaum, dass er versucht, das falsche Problem zu lösen. Wir leiden nicht an einer zu geringen Ärztezahl in unserem Land – Kern des Problems ist ihre Verteilung. In Ballungsräumen ist die Ärztedichte zu hoch, im ländlichen Raum besorgniserregend dünn. Mit einer Abschaffung des Numerus Clausus beim Medizinstudium wird das Hauptproblem deshalb weder angepackt noch gelöst.

Einmal mehr wird deutlich, wie sträflich die infrastrukturelle Versorgung des ländlichen Raums in den vergangenen Jahren vernachlässigt wurde. Daran kann man auch sehen, welche Geringschätzung ländlichen Gebieten entgegengebracht wird. Denn das gleiche Bild zeigt sich in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen: wohnortnahe Schulen werden aufgegeben, die flächendeckende Kita-Versorgung stockt und auch die DSL-Bereitstellung in ländlichen Haushalten versinkt im Stillstand.

Damit muss endlich Schluss sein. Mit Lippenbekenntnissen ist den Menschen nicht geholfen. Die Staatsregierung muss sich um den ländlichen Raum endlich stärker kümmern und ihn konsequent fördern. Nur dann fühlen sich die Bürgerinnen und Bürger auf dem Land ernst genommen. Nur so gewinnen ländliche Regionen wieder an Attraktivität, insbesondere für junge Menschen. Und nur dadurch lässt sich das Problem Ärztemangel tatsächlich lösen.

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