Kohnen: FDP-Energiekonzept – eine tickende Zeitbombe

Porträt Natascha Kohnen

Dienstag, 27. Juli 2010

Die energiepolitischen Vorstellungen von Wirtschaftsminister Zeil bedeuten das Todesurteil für eine nachhaltige Energiepolitik. Vorzugsweise unbegrenzte Laufzeiten für Atomkraftwerke, ein schnelles Ende der Förderung für erneuerbare Energien und die Aufhebung der Reduktionsziele für den CO2-Ausstoß – so lauten die vorsintflutlichen Ideen der FDP. Statt ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten bastelt Zeil derzeit offenbar lieber an einer tickenden Zeitbombe.

Des Wahnsinns fette Beute: Milliarden-Extra-Profite für die Atom-Multis, unkalkulierbare Sicherheitsrisiken für die Menschen, Millionen Jahre strahlender Müll, eine bodenlose Verstärkung des Treibhauseffektes und die Untergrabung von Investitionen für regenerative Energien. Ginge es nach Zeil, sähe so das Erbe aus, welches wir künftigen Generationen hinterließen.

Dass Martin Zeil als FDP-Wirtschaftsminister ein Energiekonzept für Bayern erarbeitet schreit an sich schon zum Himmel. Dass er sich zudem aber jedwedem Argument für eine verantwortungsvolle, nachhaltige und ökologisch sinnvolle Politik verweigert ist haarsträubend, unverständlich und gefährlich. Und es ist gegen den Willen der Bevölkerung. Denn die Menschen wollen keine Verlängerung der AKW-Laufzeiten. Sie wollen saubere Energie und sie würden dafür auch zusätzliches Geld auszugeben. Mehr als die Hälfte der Deutschen ist bereit, für Strom aus erneuerbaren Quellen zehn Prozent mehr zu bezahlen als bisher. So funktioniert Fortschritt – die FDP hingegen steuert mit Vollgas zurück ins energiepolitische Mittelalter.

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