Kohnen: Deutsches Tschernobyl lässt sich nur durch Atomausstieg ausschließen

Porträt Natascha Kohnen

Samstag, 24. April 2010

Am 26. April jährt sich der Super-Gau von Tschernobyl zum 24. Mal. Der Tag erinnert uns an die bisher größte Katastrophe in der zivilen Nutzung der Atomenergie. Niemand hatte sich zuvor ein solches Szenario vorstellen können. Die Menschen hatten sich sicher gefühlt. Sie hatten auf die Beteuerungen von Politikern und Experten vertraut, Mensch und Umwelt seien in keinster Weise gefährdet. Was folgte war eine menschliche, ökologische und sozioökonomische Katastrophe mit einer Bilanz von abertausenden von Opfern über Generationen und hunderttausenden Hektar verstrahlten Lands.

Der 26. April 1986 mahnt uns, die Risiken der Atomenergie nicht zu unterschätzen. Er zeigt auch, dass eine hundertprozentige Sicherheit nicht zu erreichen ist. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit eines atomaren Unfalls durch eine Vielzahl an Maßnahmen weiter reduziert werden kann, darf dies nicht über die von den Atomkraftwerken ausgehende Bedrohung hinwegtäuschen. Die Zwischenfälle in deutschen Atomkraftwerken dokumentieren, dass die Gefahr auch in Deutschland real ist. Ein deutsches Tschernobyl lässt sich daher nur durch einen konsequenten Atomausstieg mit Sicherheit ausschließen.

Die Menschen in unserem Land sind sich dessen bewusst. Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen befürwortet den Ausstieg aus der Kernenergie. Die große Resonanz von Tausenden von Menschen auf die Aktions- und Menschenkette zwischen den Pannenreaktoren Brunsbüttel und Krümmel ist ein unübersehbares Signal gegen die unverantwortliche und rein von wirtschaftlichen Interessen geleitete Atompolitik von CSU, CDU und FDP. Weitere Zeichen werden folgen. Wir fordern Schwarz-Gelb auf, sich nicht über den zunehmenden Widerstand in der Bevölkerung hinwegzusetzen: Kehren Sie um zur Vernunft – Ja zum Atomausstieg!

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