Kohnen: CSU-Energiekonzept ist ein Rückschritt ins energiepolitische Mittelalter

Porträt Kohnen

Dienstag, 20. April 2010

Die CSU hat ihr neues Energiekonzept beschlossen. Das Programm ist eine einzigartige Mogelpackung, die zu einer unberechenbaren Situation für alle führt: für die Wirtschaft genauso wie für die Gesellschaft. Anstatt den Menschen reinen Wein einzuschenken, versucht die CSU mit unklaren Aussagen und schwammigen Vorschlägen zu vertuschen, was sie wirklich will: die unbeschränkte Verlängerung der AKW-Laufzeiten und damit den Rückschritt ins energiepolitische Mittelalter.

Mit ihrer rückwärtsgewandten Atompolitik verunsichert die CSU zudem den bayerischen Mittelstand. Indem sie sich zum Gehilfen der Atomlobby macht verhindert sie den Ausbau der regenerativen Energien auf massive Art und Weise. Denn wer nicht weiß, wohin die Reise geht und wie lange wirtschaftliche Interessen vor ökologischer Vernunft stehen werden, ist nicht in der Lage, in zukunftsträchtige erneuerbare Energien zu investieren. Und solange die CSU nicht aufhört, den Energieriesen zu exorbitanten Gewinnen zu verhelfen, wird sich der Mittelstand gegen die Macht der Energiebranche nicht durchsetzen können.

Weiter ungeklärt lässt die CSU außerdem die Frage der Endlagerung. Wo soll der zusätzliche, Atommüll hin? Nach wie vor gibt es für den ohnehin bereits bestehenden atomaren Abfall keinen Ort, an dem die gefährlichen Überreste aus den Atomkraftwerken über eine Million Jahre weiterstrahlen können, ohne den Menschen direkt oder indirekt zu schaden. Und wer soll für die Endlagerung bezahlen? Bis heute kann die Atomwirtschaft ihre saftigen Gewinne einstreichen, ohne für die von ihnen verursachten Folgen herangezogen werden. Dafür nimmt die CSU lieber den Steuerzahler in die Pflicht. Zukunft sieht anders aus.

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