Anlässlich des 3. Weltkongresses gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in Rio de Janeiro, erklärt Marlene Rupprecht, bayerische SPD-Bundestagsabgeordnete und Kinderbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion:
„Als Mitglied der Kinderkommission ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass wir uns aktiv am weltweiten Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern beteiligen. So hat die Kommission in dieser Legislaturperiode u. a. Expertengespräche geführt, um bundesweite Hürden bei der Umsetzung des EU-Rahmenbeschlusses zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern und der Kinderpornografie abzubauen.
Vom Weltkongress erwarte ich Impulse für eine Intensivierung der bestehenden Maßnahmen, um Kinderhandel und Kinderprostitution stärker als bisher durch die Zusammenarbeit zwischen den Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern zu bekämpfen. Auch müssen Wege gefunden werden, wie der Kinderpornografie im Internet und in den Handynetzen wirksam begegnet werden kann.
Ich freue mich sehr, dass es mir erst im Januar 2008 gemeinsam mit dem SPD-Luftfahrtexperten Christian Carstensen gelungen ist, die Öffentlichkeit gegenüber dem Thema Kinderprostitution zu sensibilisieren. Nach intensiven Gesprächen erklärten sich der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) – zu denen auch der Flughafen Nürnberg gehört - bereit, den Film „witness“ der Kinderhilfsorganisation „terre des hommes“ auszustrahlen. Der Aufklärungsfilm fordert Reisende auf, vor sexuellen Übergriffen auf Kinder in Touristenregionen nicht die Augen zu verschließen.
Flughäfen und Airlines geben damit ein leuchtendes Beispiel, wie der Schutz von Kindern gerade im Zeitalter der Globalisierung zu einem öffentlichen Thema gemacht werden kann. Auch im Urlaub ist Hinsehen statt wegschauen gefragt, wenn die Rechte von Kindern mit Füßen getreten werden.
Anders als Bundesfamilienministerin von der Leyen, die eine gesetzliche Handhabe zum Sperren von Kinderpornoseiten im Internet fordert, ist es mir wichtig, grenzübergreifende Aktionen anzustoßen. Sperrt man eine Kinderpornoseite, schießen andere wie Pilze aus dem Boden. Da die Verantwortlichen meist im Ausland sitzen, bringt ein Alleingang Deutschlands nichts. Wir brauchen ein internationales Vorgehen.
Überdies hat die Große Koalition dazu noch nicht beraten: Die Gespräche mit Innen- und Wirtschaftsministerium über eine Gesetzesänderung befinden sich noch im Anfangsstadium. Auch die Kinderkommission, auf die sich die Familienministerin stützt, hat dazu keinen Beschluss gefasst. Während die Mitglieder der Bundestagskinderkommission auf der Weltkonferenz die Gelegenheit nutzen, um neue Informationen zum Thema zu sammeln, ist Deutschlands zuständige Ministerin in Rio leider nicht dabei.“