In einem Brief, adressiert an die stellvertretende Juso-Landesvorsitzende Eylem Karatas, legten bisher Unbekannte der Ingolstädterin die „Heimreise“ nahe. „Kein Mensch in Ingolstadt ist an deinesgleichen interessiert,“ heißt es dort wörtlich. Außerdem werden mehrere Familienangehörige, Freunde und Nachbarn namentlich genannt, was die Studentin besonders besorgt macht: „Ich stehe zu meinem politischen Engagement, und habe leider schon Erfahrung mit ähnlichen Bemerkungen. Aber meine Familie mit reinzuziehen, das geht zu weit.“ Sie erstattete Anzeige, nun ermittelt die Polizei nach dem Absender.
Die Masche der Rechtsextremen ist bekannt: Wenige Tage vor der Bundestagswahl waren Briefe mit ähnlichem Inhalt in Berlin an Politiker mit ausländisch-klingenden Namen verschickt worden. Dazu die Juso-Landesvorsitzende Marietta Eder:„Wichtig ist, dass man sich von so etwas nicht einschüchtern lässt. Die Jusos engagieren sich in ganz Bayern gegen Rechtsextremismus. Jetzt ist es wichtig, dass Eylem und ihre Familie wissen, dass sie nicht alleine dastehen. Denn ich weiß, dass die Mehrheit der Ingolstädter und der Bayern ganz anders denkt, als diese Briefeschreiber. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus der gesamten Bevölkerung werden die Jusos Bayern weiterhin gegen menschenverachtende, rassistische und faschistische Ideologie der Rechtsextremen kämpfen.“