Ismail Ertug MdEP: Discounter jubeln, Bauern darben

Portrait Ertug

Freitag, 10. September 2010

Discounter jubeln, Bauern darben

Das Europäische Parlament fordert faire Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse Straßburg. Das Europäische Parlament will Landwirten gerechte Einnahmen garantieren. Das machten die Europaabgeordneten mit ihrem am Dienstag, 7. September, in Straßburg angenommenen Initiativbericht deutlich. Dabei kritisieren die Parlamentarier, dass die EU-Kommission diesem Thema bisher nur geringen Stellenwert einräume.

Mehr Verteilungsgerechtigkeit

Ismail Ertug appelliert als stellvertretendes Mitglied im Landwirtschaftsausschuss an die Kommission, für mehr Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen: "Die Gewinne werden derzeit ausschließlich in der Verarbeitung und im Handel realisiert, während die Landwirte kaum die Erzeugungskosten decken können", so der Abgeordnete, "das ist untragbar."

Plausible Lebensmittelpreise

Ertug weist in diesem Zusammenhang auch auf die Auswirkungen der zunehmenden Konzentration der Verarbeitungsbetriebe, Großhändler und Supermarktketten hin: „Es kann nicht sein, dass die Erzeugerpreise für Landwirte in fast allen Sektoren sinken, die Verbraucher aber gleichzeitig konstante oder sogar steigende Preise für Lebensmittel zahlen müssen.“

Fairer Lohn und hohe Lebensmittelqualität

Für mehr Preistransparenz und Gerechtigkeit innerhalb der gesamten Versorgungskette spricht aus Sicht des ostbayerischen Abgeordneten dabei zweierlei: „Als Sozialdemokrat ist mir wichtig, dass alle Menschen für ihre Arbeit einen fairen Lohn erwarten können. Außerdem würden sich Dumpingpreise negativ auf die Produktionsverfahren auswirken und damit auch auf die Lebensmittelqualität sowie auf den Tier- und Umweltschutz.“

Der Spatz in der Hand

Die neue Tierschutzrichtlinie ist das kleinere Übel

Straßburg. Nach eineinhalb Jahren zäher Verhandlung mit dem Rat stimmte das Europäische Parlament am Mittwoch, 8. September, der neuen Richtlinie zum Schutz von Versuchstieren zu. Das Dokument, das auf dem Prinzip "Vermeidung, Verminderung, Verbesserung" basiert, aktualisiert Verfahrensregeln, die zuletzt im Jahr 1986 festgelegt worden waren.

Tausende e-Mails

"Zu dieser Richtlinie erreichten mich in den vergangenen Monaten tausende von e-Mails und hunderte von Postkarten besorgter Bürger jeden Alters und jeder gesellschaftlichen Schicht, die sich für den Verzicht auf Tierversuche und zumindest mehr Tierschutz einsetzten", schildert Ismail Ertug, stellvertretendes Mitglied im Agrarausschuss, großes öffentliches Interesse. "Das Ideal von Forschung ohne Tierschutz ließe sich leider derzeit nicht erreichen, ohne dadurch die medizinische Forschung zu hindern, die aber sollte meiner Meinung nach im Sinne von kranken Menschen mit vollem Einsatz geführt werden", erklärt Ertug. "Daraus ergibt sich mein grundsätzliches Ja zu Tierversuchen, gleichzeitig aber das Möglichste zu tun, um sie zu vermeiden, vermindern und andere Methoden zu finden."

Hätten die Abgeordnete dem Kompromiss nicht zugestimmt, wären die Verhandlungen gescheitert und die nächsten sieben Jahre lang hätte weiter der 1986 festgelegte Standard gegolten. "Dass wir uns um den Spatzen in der Hand sorgen, scheint mir wichtiger als die Grundsatzerklärung an die Taube auf dem Dach ", erklärt Ertug, warum er sich nicht der vor allem von den Grünen unterstützten Ablehnung anschloss.

Die wichtigsten Verbesserungen

Nach den neuen Regeln dürfen Tierversuche künftig nur unter strengen Auflagen und nach vorheriger Prüfung durchgeführt werden. Dafür sollen eigene Kontrollbehörden in den Mitgliedsstaaten eingerichtet werden. "Das Parlament hat die Möglichkeit durchgesetzt, unangekündigte Kontrollen durchzuführen", so Ertug. Eine Verbesserung gebe es auch in Bezug auf die Versuche an Menschenaffen. "Die neue Richtlinie verbietet grundsätzlich Versuche mit Primaten. Diese sind nur noch in Ausnahmefällen zulässig, etwa bei dem Ausbruch einer weltweiten Epidemie", so Ertug. "Mitgliedsstaaten, deren Gesetzgebung unter dem europäischen Niveau liegt, müssen ihre Gesetze an die neue Richtlinie angleichen. Mitgliedsländer wie Deutschland - in Europa Vorreiter in Sachen Tierschutz - müssen ihre Standards nicht senken." Allerdings dürfen sie auch keine höheren Standards entwickeln, "das ist der erste Punkt, der bei der nächsten Aktualisierung geändert werden muss", so Ertug.

Benutzerdefinierte Suche

Alle Newsmeldungen: zum Archiv

Bleiben Sie auf dem neuestem Stand.

Der Newsletter der BayernSPD informiert Sie über aktuelle Themen und Termine.

Mehr Infos und Anmeldung:

http://newsletter.bayernspd.de

Mit unserem neuen BayernSPD-Newsmodul kann jeder unsere aktuellen News auf seiner eigenen Website haben! Und das beste: Das Newsmodul kann ganz einfach in jede bestehende Website eingebaut werden!

Gleich loslegen: So funktioniert das Newsmodul

Für einen schnellen Überblick über die aktuellsten Inhalte auf unserer Website bieten wir Ihnen unseren kostenlosen Newsfeed an.

Abonnieren Sie den RSS-Newsfeed der BayernSPD:

http://bayernspd.de/news/rss

Was ist RSS?

RSS ist ein Service, der es ermöglicht, aktuelle Inhalte einer Website direkt zu sichten. Dabei muss die Website nicht besucht werden. RSS-Feeds sind in vielen E-Mail-Programmen abonnierbar oder durch spezielle Feed-Reader-Programme zu lesen. Dort werden die neuesten Inhalte einer Website durch eine Übersicht und eine Textanriss sowie einem weiterführenden Link dargestellt.

Erfahren Sie mehr:

http://www.rss-verzeichnis.de

  • 18.05.2012 | 20:00 | Hilpoltstein
    24. MALI-FEST: Reggae Open-Air mehr…
  • 18.05.2012 | 19:30 | München
    BWK-Konferenz: Finanzmärkte und Finanzkrise mehr…
  • 22.05.2012 | 19:30 | Oberhaching
    „Rechtsextremismus - (k)ein Problem in Oberhaching?“ mehr…
  • 22.05.2012 | 20:00 | Garching
    „Auf dem rechten Auge blind?“ mehr…
  • 24.05.2012 | 19:30 | Henfenfeld
    Politik und Häppchen mehr…
  • 24.05.2012 | 20:00 | Oberschleißheim
    „Rechtsextremismus in Bayern – Wie kann die Demokratie sich wehren?“ mehr…

Zu den Terminen

  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

    Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): Norbert Röttgen hat am Mittwoch nicht etwa um Entlassung aus dem Amt des Bundesumweltministers gebeten - als Reaktion auf seine Wahlniederlage…
    vor 6 Stunden

  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

    Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): Wie wollen wir morgen wirtschaften, entscheiden und leben? Über diese Fragen debattieren am Wochenende mehrere hundert junge Menschen auf dem…
    vor 7 Stunden

  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

    Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles zur Entlassung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen: „Der Rücktritt von Norbert Röttgen ist ein weiterer…
    vor 9 Stunden