Der Wolferstetter Keller in Vilshofen war voll, die Stimmung ausgelassen beim Politischen Aschermittwoch in Vilshofen. Aus Bayern waren die meisten Gäste angereist, einige kamen aus NRW, um an der Aschermittwoch-Feier der BayernSPD teilzunehmen. Neben Grußworten von Jürgen Dupper, Bürgermeister aus Passau, und von dem Ortsvereins-Vorsitzenden von Vilshofen, Florian Gams, gab es viel Applaus für die Reden von Florian Pronold, Martin Schulz und Wolfgang Kreissl-Dörfler.
Am Ende wurde der scheidende SPD-Landesvorsitzende, Ludwig Stiegler, für seine langjährige Arbeit für die BayernSPD geehrt, außerdem Adolf Federl, der seit 60 Jahren Mitglied der Partei und seit 58 Jahren Kassierer im Ortsverein Pleinting ist, sowie Joachim Boiger, der als Ex-OV-Vorsitzender von Vilshofen seit 14 Jahren den Politischen Aschermittwoch organisiert.
Hier Auszüge aus den Reden von Martin Schulz und Florian Pronold:
Martin Schulz zu Merkel, Mißfelder, Seehofer und CSU
Seehofer macht Politik gegen Merkel. In Berlin gibt es vier Oppositionsparteien: die PDS, die Grünen, die FDP und die CSU! Und keine ist für Angela Merkel gefährlicher als die CSU. Es ist Zeit, zu entscheiden, ob eine Partei in der Regierung und Opposition sitzen kann. Ich bin dafür, die CSU in die Opposition zu schicken.
Alle Jahre wieder darf dieser Knabe Mißfelder gegen eine Bevölkerungsruppe hetzen. Zuerst durften Rentner keine Hüftgelenke mehr bekommen, jetzt ist die Erhöhung der Hartz IV-Sätze angeblich ein Konjunkturprogramm für die Tabak- und Alkoholindustrie. Wie soll sich eine allein erziehende Mutter fühlen, wenn sie von einem Vertreter der Union so verhöhnt wird. Und in der CDU Ruhe! Kein Protest von Angela Merkel. Entweder ist das ein gezielter Kampfauftrag oder es drückt nur das aus, was viele in de Union denken. Es ist an der Zeit, dass Angela Merkel dieses Vorstandsmitglied der CDU rausschmeißt.
Mitten in der Krise des Bankensystems die durch die maßlose Spekulation ausgelöst wurde, fordert Herr Ackermann weiterhin 25% Rendite. Das geht nur durch hemmungslose Ausbeute oder Spekulation. Diese Forderung ist asozial.
Merkels und Westerwelles Programm der BT-Wahl lautete "Privat statt Staat". Wohin diese Philosophie geführt hat, kann man heute an den Finanzplätzen London und New York bestaunen. Jetzt behaupten die gleichen Leute, sie seien die Schützer der sozialen Marktwirtschaft. Die Wahrheit ist: die Brandstifter sollen die Feuerwehr übernehmen!
Florian Pronold zu Seehofer, Glos & Co
Zu Horst Seehofer
„Eigentlich müsste die CSU in Passau zwei getrennte Mikrophone für den Seehofer aufstellen. So schnell, wie der seine Position wechselt, kommt es sonst zu Ohren betäubenden Rückkoppellungen.“
„Der Oskar für sein Lebenswerk als größter Staatsschauspieler aller Zeiten geht an Horst Seehofer. Keiner spielt so gut die Reinkarnation von Robin Hood und ist doch in Wahrheit der Sheriff von Nottingham.“
"Windig und wendig, so ist der Horst, wie ihn alle von der Berliner Bühne kennen. Selbst im Franken-Fasching ist das schon angekommen. Narren und Kinder sagen die Wahrheit, heißt es. Die Wahrheit lautet: ‚Bei Seehofer zählt nicht das Erreichte, da reicht das Erzählte."
Zur „schwarz-gelben“ Regierung in Bayern
„Der größte Wahlbetrug war das Plakat der FDP: „Der größte Kontrast zu schwarz ist gelb“, stand da. Jetzt haben sich schwarz und gelb gemischt und rausgekommen ist eine unappetitliche Farbe. Bayern steht noch, obwohl die CSU nicht mehr allein regiert. Aber besser geworden ist gar nichts. Den Liberalen geht’s um ihre Posten. Mehr Posten für Lehrer in Bayern, davon ist hingegen nichts zu merken.“
„Der einzige Punkt, an dem Horst Seehofer Recht hat, ist die Beschreibung seiner eigenen Regierung: Die einen Minister muss er am Montag Früh anrufen, damit sie die ganze Woche besser nichts mehr sagen. Und die anderen muss er am Freitag anrufen, um nachzufragen, ob sie überhaupt was zu sagen haben.“
Zum neuen Generalsekretärs-Duo der CSU & Glos
„Die CSU hat kein politisch brauchbares Personal mehr. Glos war schon einen Nullnummer in der CSU; jetzt haben sie dann bei den Generalsekretären eine Doppel-Null-Lösung gesucht. Den neuen General kennt keiner. Und als Sekretärin haben sie Frau Bär auserkoren. Die ist bisher nur dadurch aufgefallen, dass sie zusammen mit anderen jungen CSU-Abgeordneten die Zugspitze erklommen hat, um für Edmund Stoibers Bleiben zu werben, als den selbst in der CSU keiner mehr haben wollte. Auch auf dem Gipfel der Zugspitze entwickelte Frau Bär keinen Weitblick. Das fällt nicht auf, denn in Berlin hat sie politisch keinen Durchblick.“
Zu Europa und Hohlmeier
„Schon Stoiber wurde von der CSU nach Brüssel entsorgt, jetzt auch noch Hohlmeier. Europa braucht SPD-Abgeordnete wie Martin Schulz, die dort für Mindestlöhne und gegen Spekulanten kämpfen. Die CSU missbraucht Europa als Endlager für ausgediente Politiker. Monika Hohlmeier gehört nicht ins Europa-Parlament, sondern allenfalls ins Dschungel-Camp.“
Zur Bundeskanzlerin Merkel
„Das Einzige und das Beste, was Angela Merkel in der Finanzkrise gemacht hat: Sie hat sich auf den SPD-Finanzminister Peer Steinbrück verlassen und nicht auf Glos.“
Weitere Zitate von Florian Pronold unter http://spd-landesgruppe-bayern.de/news/pronold-csu-kommt-mit-doppel-null-nummer/