Der stellvertretende Vorsitzende des Hypo Alpe Adria-Untersuchungsausschusses Harald Güller begrüßt die Zusage des früheren Finanzministers Prof. Dr. Kurt Faltlhauser, im September im Untersuchungsausschuss auch zu seiner umstrittenen Tätigkeit im Beirat der Rothschild-Bank aussagen zu wollen. „Wir werden sehr genau prüfen, in wieweit durch die von Faltlhauser sofort nach Ende seiner Ministertätigkeit aufgenommene Arbeit ein Interessenkonflikt mit staatlichen Aufgaben entstanden ist", kündigt Güller an.
Der stellvertretende Vorsitzende des Hypo Alpe Adria-Untersuchungsausschusses hatte den früheren Finanzminister Prof. Dr. Kurt Faltlhauser schriftlich aufgefordert, sich im September bei seiner Vernehmung im Untersuchungsausschuss zu seiner Tätigkeit für die Rothschild-Bank zu äußern. Güller hatte angekündigt, den Auftrag des Untersuchungsausschusses zu erweitern, falls Faltlhauser nicht aussagen wolle.
Kurt Faltlhauser war bis Oktober 2007 Mitglied der Regierung Stoiber und hat als stellvertretender Vorsitzender des Landesbankverwaltungsrats den Kauf der Kärntner Skandalbank vorangetrieben. Mit eingefädelt wurde der Erwerb von der Rothschild-Bank, die beraten hat und für den erfolgreichen Abschluss des Kaufvertrags nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks acht Millionen Euro kassiert hat. Nur kurz nach seinem Ausscheiden heuerte Faltlhauser bei Rothschild an - zu einem Zeitpunkt, als er auch noch bezahlter Aufsichtsrat der Hypo Group Alpe Adria war und sein Landtagsmandat innehatte. Güller: „Das hat mehr als ein Gschmäckle, und das werden wir uns im Untersuchungsausschuss genau ansehen. Interessant wird sein, was Herr Faltlhauser für eine Tätigkeit bei Rothschild bekommt."