Graf: Modellruinen bei Mehrgenerationenhäusern verhindern

Porträt Angelika Graf

Freitag, 23. Juli 2010

Familienministerin Schröder will die Förderung für Mehrgenerationenhäuser auslaufen lassen. In ihrem Antwortschreiben teilt sie mit, es müsse ein „frommer Wunsch bleiben“, dass die Mehrgenerationenhäuser aus eigener Kraft finanziert werden könnten. Eine Weiterfinanzierung durch den Bund sei aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht möglich.

Einmal mehr gibt Frau Dr. Schröder damit diejenigen dem Sparhammer preis, deren Anwälte sie qua Funktion eigentlich sein sollte. Statt das Zusammenleben der Generationen zu fördern, räumt sie bereitwillig das Spielfeld.

Nachdem ihre Vorgängerin von der Leyen durch die Lande gezogen ist und sich für jede Eröffnung eines Mehrgenerationenhauses hat feiern lassen, stehen bayerische Mehrgenerationenhäuser nun vor dem Aus. Angesichts einer älter werdenden Gesellschaft brauchen wir jedoch Orte des Miteinanders und der Selbsthilfe. Ein Wegbrechen der bayerischen Mehrgenerationenhäuser darf daher nicht hingenommen werden. Ihre Finanzierung und eine nachhaltige Versorgung muss langfristig gesichert sein.

Der Freistaat ist in der Pflicht, zumindest die bayerischen Mehrgenerationenhäuser zu unterstützen. Wir fordern die Staatsregierung auf, alsbald in konkrete Verhandlungen mit dem Bund zu treten. Dieser hat bereits Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Es liegt nun in der Hand der Staatsregierung, die drohenden Modellruinen verhindern.

Insgesamt 500 Mehrgenerationenhäusern gibt es in Deutschland, knapp 90 davon in Bayern. Alle bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte verfügen über mindestens ein Mehrgenerationenhaus. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für das Miteinander der Generationen. Bislang erhält jedes Haus über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich 40.000 Euro an Förderung vom Bund und der Europäischen Union. Die Förderung für die ersten Häuser läuft Ende 2011 aus.

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