"Ich begrüße die Entscheidung, dass EU-Mitgliedsstaaten das Recht haben, selbst über den Anbau von genetisch veränderten Pflanzen entscheiden zu können", sagt Marianne Schieder, agrarpolitische Sprecherin der Bayerischen SPD-Landesgruppe, zu der Entscheidung des EU-Umweltrates. Demnach werden Österreich und Ungarn nicht gezwungen, den Anbau von Genmais auf ihren Äckern zu erlauben.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel habe mit seinem Nein das in die Tat umgesetzt, was die SPD schon lange von der für Gentechnik zuständigen Bundesministerin Ilse Aigner erwartet hätte. Für sie, die CSU in Bayern und die CDU/CSU im Bund gelte: Statt heißer Luft seien jetzt zügige Entscheidungen zum Anbau von Genmais MON 810 in Deutschland angesagt. "In Bayern zu tönen und Anbau ohne Gentechnik zu fordern, aber im Bund und in Europa eine Politik der Nichtfestlegung zu betreiben und damit dem Vormarsch der Gentechnik den Weg zu bereiten - das geht jetzt nicht mehr", so Marianne Schieder.
Die CSU müsse endlich entscheiden, was sie wirklich wolle: In Bayern fordere sie lautstark die Einführung gentechnikfreier Zonen, und auf Bundesebene verhindere sie gemeinsam mit der CDU jeden Vorschlag, der in diese Richtung geht. "In den Koalitionsgesprächen schmetterte sie bisher jeden Vorschlag der SPD ab, der sich für die Schaffung von gentechnikfreien Zonen einsetzte", kritisiert Marianne Schieder.