GENehmigung ist absurd

Portrait Westphal

Mittwoch, 3. März 2010

Zur gestrigen Entscheidung der EU-Kommission, die Genkartoffel "Amflora" zuzulassen, erklärt die fränkische SPD-Europaabgeordnete Kerstin Westphal:

"Ich verstehe diese Entscheidung nicht. Kommissionspräsident Barroso hat angekündigt, in diesem Jahr Vorschläge zu unterbreiten, wie die Mitgliedstaaten genveränderten Anbau verbieten können, und dann wird so eine Entscheidung getroffen - das ist absurd!" Die Entscheidung des (gerade frisch ernannten) Gesundheitskommissars John Dalli sei, so Kerstin Westphal, auch deswegen fragwürdig, weil sogar zwei Wissenschaftler der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sich kritisch geäußert hätten. Die Kartoffel enthält ein Resistenzgen gegen Antibiotika. Die Übertragung dieses Gens auf den menschlichen Magen-Darm-Trakt sei, so die Wissenschaftler, zwar unwahrscheinlich, könne aber zu "bislang unabsehbaren" Folgen führen. Kerstin Westphal: "Es mir vollkommen unverständlich, warum diese Bedenken übergangen werden."

Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass der Anbau der Stärkekartoffel Amflora für eine kommerzielle, industrielle Verwertung unterstützt wird. Kerstin Westphal abschließend: "Leider scheint Frau Aigner die Risiken eines solchen Anbaus nicht sehen zu wollen. Aigner ist Ministerin für Verbraucherschutz und muss deshalb die Interessen der Menschen und nicht der Saatgutfirmen vertreten. Persönlich hoffe ich, dass die Genkartoffel kein Vorreiter für den Anbau von Genmais etwa im Landkreis Kitzingen wird."

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