SPD-Spitzenkandidat Franz Maget zog am Dienstag vor der Presse in München eine Zwischenbilanz des Landtagswahlkampfes, der diesmal auch bundesweit auf besonderes Interesse stößt. Maget sprach von einer spürbaren Wechselstimmung im Freistaat, die auch der CSU nicht verborgen bleibt. "Nur so lassen sich die Panikattacken der letzten Wochen von Seiten Huber und Beckstein erklären."
Heftig warnt Maget vor einer Argumentation, die sich religiöser Begrifflichkeiten bedient: Mit dem von der CSU ausgerufenen „Kreuzzug" gegen die Linken werde versucht, Aggressionen zu schüren. Maget: „Dieses religiös motivierte, historische Ereignis, das ein Kampf gegen Andersdenkende war, sollte von einem Demokraten wie Herrn Huber nicht als Argumentationsgrundlage benutzt werden! Ich bin sehr enttäuscht von Herrn Huber!"
Dass das Vertrauen in die Arbeit der Staatsregierung und vor allem in die Führungskraft von Beckstein und Huber fehlt, sei nicht zu übersehen. "Und diese Tatsache wird durch Aktionen wie die Beschimpfungen von Gegnern der geplanten dritten Startbahn am Münchner Flughafen als 'Pfeifenköpfe' noch deutlicher." Angesichts der täglich neuen Wahlversprechen der CSU müsse sich der Wähler in Bayern die Frage stellen, warum die Staatsregierung all dies nicht schon in den letzten vier Jahren Regierungszeit in die Tat umgesetzt hat? „Es ist die Rede von Tausenden neuen Lehrern, von Verbesserungen im sozialen Pflege- und betreuungsbereich, an den Universitäten oder die (Wieder-)Einführung der Pendlerpauschale. Alles Vorhaben, über die von der CSU in den letzten Jahren kein Wort verloren wurde oder gar, wie die Pendlerpauschale, abgeschafft wurde," so Maget.
Maget bittet um eine sachliche, demokratische Debatte ohne demagogenhafte Verteufelungen von Andersdenkenden. Themen wie Ausbau der Infrastruktur in Bayern, kleinere Klassen, Abschaffung der Studiengebühren oder Maßnahmen für ein gentechnikfreies Bayern finden bei der Bevölkerung in Bayern mehr Gehör und Zustimmung als polarisierende Schlagworte wie Kreuzzüge und Höllenwahlkampf. Vor allem setzt der Spitzenkandidat auf den Verstand der Bayern, entgegen der Doktrin Becksteins, ein „anständiger" Bayer wähle CSU. Maget ist sich sicher: „Ein anständiger Bayern kann sehr gut die Lage in seinem Land beurteilen und entscheidet selbst, was er für richtig hält und nicht, was ihm von oben vorgegeben wird".