Dem Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags, Franz Maget, wird am 31. Oktober in Bad Alexandersbad der Wenzel-Jaksch-Preis verliehen. Die Seliger-Gemeinde - die Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten - würdigt mit der Ehrung bereits seit 1968 besondere Verdienste um Kultur und Wissenschaft der sudetendeutschen Vertriebenen, die Wahrung des Vermächtnisses der sudetendeutschen Arbeiterbewegung und die friedliche Neugestaltung Europas. Maget folgt damit verdienten SPD-Politikern wie Willy Brandt und Herbert Wehner. Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Markus Rinderspacher, wird die Laudatio auf seinen Vorgänger halten.
Wenzel Jaksch, der Namensgeber des Preises, wurde 1896 in Böhmen geboren und setzte sich seit seiner Verwundung im Ersten Weltkrieg für die sudetendeutsche Sozialdemokratie ein. Beim Einmarsch Hitlers 1938 hatte er den Parteivorsitz der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republik (DSAP) inne. Über Polen floh er nach London, um sich von dort aus weiterhin für die Sozialdemokratie im Sudetenland einzusetzen. In der Zeit traf er auch mit Edvard Benes zusammen, konnte ihn aber nicht von dessen anti-sudetendeutschen Bestrebungen abbringen.
Nach dem Krieg setzte er sich in Deutschland für die Interessen der Vertriebenen ein und sollte sogar Bundesvertriebenenminister im SPD-Kabinett werden. Sein tödlicher Verkehrsunfall im Jahre 1968 verhinderte die Krönung seiner Arbeit im Interesse der Vertriebenen. Seit 1968 verleiht die von ihm mitgegründete Seliger-Gemeinde den Wenzel-Jaksch-Preis.